Corona-Krise meistern: 10 Handlungsempfehlungen für KMU

Hilfsmaßnahmen für KMU

Der Coronavirus stellt die Wirtschaft vor eine große Belastungsprobe. Unternehmen jeder Größe spüren die finanziellen Auswirkungen der Pandemie zum Teil jetzt schon massiv. Doch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Denn es gibt einen Lichtblick: Staatliche Hilfen sind für Solo-Selbstständige und kleine sowie mittelständische Unternehmen bereits auf dem Weg.

Neben der Unterstützung durch den Staat, kannst du als Selbstständiger oder Inhaber eines Unternehmens aber vor allem auch selbst tätig werden. Wie, verraten wir dir in diesem Blogartikel.

 

1. Schicke dein Team ins Home Office

In vielen Unternehmen ist das schon längst geschehen. Zeit nachzuziehen. Wenn auch du ein Unternehmen leitest, bei dem ein Teil der Belegschaft die Arbeit von zu Hause aus erledigen kann, schick die Betroffenen ins Home Office. Das reduziert die Gefahr einer Ansteckung unterhalb der Kolleginnen und Kollegen massiv – und sorgt dafür, dass der Workflow bestehen bleibt. Cloudbasierte Software wie das ERP System von weclapp unterstützt dich und dein Team bei der Zusammenarbeit und ermöglicht eine transparente interne Kommunikation.

 

2. Passe die Schichtpläne an

In einigen Berufen ist die Arbeit von zu Hause aus nicht möglich. Hier kann es sinnvoll sein, die Schichtpläne anzupassen. Und zwar so, dass so wenig Angestellte wie möglich zum gleichen Zeitpunkt arbeiten müssen. Oder zumindest in einem gewissen räumlichen Abstand zueinander (mindestens zwei Meter) ihren Tätigkeiten nachgehen können. Wer den Abstand einhält und konsequent aufs Händeschütteln sowie anderen Körperkontakt mit den Kollegen verzichtet, senkt das Infektionsrisiko drastisch.

 

3. Bestehe auf die konsequente Einhaltung der Hygienevorschriften

Sensibilisiere deine Belegschaft zur Händehygiene und Infektionsprävention gemäß den Vorgaben des Robert Koch Instituts. Zu den Maßnahmen gehören:

  • Wer niesen oder husten muss, tut das in die Armbeuge oder in ein Taschentuch.
  • Niemand sollte sich in sein Gesicht fassen. Die Hände sollten insbesondere Augen, Nase und Mund fernbleiben.
  • Jeder hält 2 Meter Sicherheitsabstand zu seinen Kollegen ein.
  • Auf Händeschütteln und Umarmungen zur Begrüßung muss verzichtet werden.
  • Jeder sollte sich regelmäßig die Hände waschen. Mindestens 20 Sekunden lang – gründlich mit Wasser und Seife

 

4. Nutze Zahlungsfristen zu deinem Vorteil

Die Liquidität zu erhalten muss jetzt das vorrangige Ziel sein. Geplante Ausgaben, die nicht zwingend erforderlich sind, sollten erstmal auf Eis gelegt werden. Überprüfe noch offene Forderungen und kümmere dich darum, dass diese nun schnellstmöglich beglichen werden. Nutze zudem das Zahlungsziel von Rechnungen, die du noch bezahlen musst, komplett aus. Mit diesen einfachen Maßnahmen sicherst du die Liquidität deines Unternehmens zumindest für kurze Zeit.

 

5. Verfasse Mahnungen und setze Zahlungsziele durch

Es gibt sie immer: Die Kunden, die ein oder mehrere Mahnungen hinnehmen, bevor sie zahlen. Viele Unternehmen spielen das Mahnspiel mit. In Zeiten der Krise kann es aber nötig sein, pünktlich auf sein Geld zu bestehen. Dafür musst du nicht erst eine Zahlungserinnerung, dann eine Mahnung, dann noch eine Mahnung usw. verfassen. Sobald ein konkretes Zahlungsziel auf der Ausgangsrechnung steht, reicht das vollkommen aus. Bereits in dem Moment, ab dem du auf den Zahlungsverzug hinweist, hast du das Recht, angemessene Mahngebühren anzusetzen, die mit jedem weiteren Verzug steigen. Sobald dein Kunde im Zahlungsverzug ist, steht es dir zu, zudem Verzugszinsen zu fordern. Diese liegen bei Privatkunden 5 % über dem Basiszinssatz. Bei Geschäftskunden liegen sie 9 % darüber.

 

6. Fordere falls nötig Überstunden ein

Das mag zunächst hart klingen. Doch sollten aufgrund der Pandemie einige deiner Mitarbeiter ausfallen, kannst du den gesunden Teil der Belegschaft um Überstunden bitten. Das fordert ihre gesetzliche Treuepflicht gegenüber dem Arbeitgeber. Übrigens: Diese Regelung greift bei jedem unvorhersehbaren Notfall – etwa beim Ausfall mehrerer Mitarbeiter in deinem Unternehmen.

 

7. Streiche Dienstreisen aus dem Terminkalender

Es sollte mittlerweile selbstverständlich sein. Die Ausgangssperre droht. Und doch meinen einige Unternehmen, Dienstreisen seien auch in Zeiten von Corona ein Muss. Nein! Geplante Dienstreisen in deinem Unternehmen sollten umgehend gestrichen werden, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Wenn du nicht weisungsbefugt bist, hast du als Arbeitnehmer übrigens das Recht, Dienstreisen in die Risikogebiete zu verweigern – ganz ohne negative arbeitsrechtliche Maßnahmen befürchten zu müssen.

 

8. Baue Überstunden ab

Als Arbeitgeber hast du die Möglichkeit, deine Angestellten zum Überstundenabbau zu verpflichten. Das ergibt angesichts der aktuellen Situation durchaus Sinn. Zudem kann es sich lohnen, das persönliche Gespräch mit dem Team zu suchen. Vielleicht erklären sich einige Angestellte dazu bereit, jetzt ein paar ihrer Urlaubstage zu nehmen. Das kann auch in ihrem Sinne sein. Wer jetzt zum Unternehmen hält und sich mit dafür einsetzt, dass es liquide bleibt, kann auf lange und kurze Sicht seinen Arbeitsplatz sichern.

 

9. Beantrage Kurzarbeitergeld

Unter Umständen sind deinem Unternehmen Aufträge weggebrochen oder Lieferungen ausgefallen. Dann ist nicht die volle Einsatzkraft der Belegschaft gefragt – schließlich fehlt es an Arbeit. In diesem Fall kannst du die aktuellen Regelungen zur Kurzarbeit für dich und dein Unternehmen nutzen. Wenn 10 Prozent der Belegschaft von einem Arbeitsausfall von mehr als 10 Prozent betroffen sind, besteht Anspruch auf Kurzarbeitergeld. In diesem Fall werden unter anderem anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden komplett erstattet.

 

10. Setze Vorauszahlungen aus

Wer einen entsprechenden Antrag einreicht, kann laufende Vorauszahlungen zur Einkommensteuer aussetzen – oder zumindest herabsetzen. Fällige Steuerzahlungen lassen sich aufschieben. Säumniszuschläge werden erlassen. Das Finanzamt ist in dieser besonderen Situation zu kulantem Verhalten angehalten. Es besteht kein Interesse daran, Selbstständigen und Unternehmen das Leben durch Strafzahlungen oder das Pochen auf Steuerzahlungen schwerer zu machen.

 

11. Plane deine Finanzen konservativ

In der jetzigen Zeit ist es wichtig, sich Gedanken über seine Investitionen zu machen und Finanzen konservativ zu planen. An erster Stelle sollte jetzt nicht der Erwerb, sondern das Bewahren von Vermögen stehen. Frag dich, ob alle derzeit geplanten Investitionen tatsächlich nötig sind oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden können. Bei bereits erfolgten Bestellungen kann es es ratsam sein, den Hersteller zu kontaktieren und die Lieferung, wenn möglich, hinauszuzögern.  Wichtig ist auch die Planung – welches Material wird wirklich dringend benötigt? So kannst du deine Unternehmensfinanzen schonen und nur das Nötigste beziehen.

 

KMU und Selbstständige: Meistert mit den richtigen Maßnahmen die Corona-Krise

Mit den staatlichen Hilfen und entsprechenden Handlungen in deinem Unternehmen, kannst du dessen Existenz sichern. Bleib am Ball, informier dich stets über die neuesten Entwicklungen und staatliche Maßnahmen und sorge dafür, dass der Betrieb in deiner Firma bestmöglich am Laufen bleibt. Kämpfe für dein Unternehmen! Natürlich immer der Situation angepasst und unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Robert Koch Instituts.

Wir versorgen dich auch weiterhin mit hilfreichen Tipps auf unserem Blog und sind als Team für dich da.

Bleib gesund.

Autor Ertan Özdil ist CEO, Gründer & Gesellschafter von weclapp und veröffentlicht in diesem Blog Einträge zu aktuellen Entwicklungen rund um die ERP-Software. Außerdem gibt er seine Erfahrung als Gründer weiter sowie seine Expertise in den Bereichen Warenwirtschaft und Buchhaltung. Seine Laufbahn begann Anfang der 1990er mit der Entwicklung eines Warenwirtschaftssystems für einen IT-Großhändler. 2001 entwickelte er eine Open Source Lösung für das Customer Relationship Management – eines der ersten Open Source CRM-Systeme, die es zum damaligen Zeitpunkt überhaupt gab. Das gewonnene Know-How aus diesen beiden Schlüsselprojekten sowie zahlreiche Prozessberatungen in Unternehmen führten 2008 zu der frühen und richtungsweisenden Idee von weclapp: eine Cloud-basierte ERP-Software für alle Unternehmensbereiche. Damit war Ertan einer der ersten, der das Potenzial einer solchen Anwendung erkannte und eine Cloud-Lösung zur Unternehmenssteuerung auf den Markt brachte. Noch heute arbeitet er aktiv an der Optimierung der ERP-Software mit und entwickelt regelmäßig neue Features für weclapp.