In 10 Schritten deinen Businessplan erstellen!

Businessplan

Für viele Gründer ist der Businessplan die erste echte Herausforderung – und das völlig zu Recht. Denn mit einem Businessplan wird jeder Gründer gezwungen, sich über das Konzept und die Strategie seines Vorhabens Gedanken zu machen. Das Erstellen des Businessplans sorgt für Klarheit und bewahrt vor Enttäuschungen, bevor es zu spät ist. Vor dem Erstellen solltest du wissen, wer deinen Businessplan überhaupt liest – und warum. Hier erhältst du Antworten auf die 10 häufigsten Fragen zum Businessplan und lernst die 10 häufigsten Fehler kennen, die beim Erstellen eines Businessplans von Gründern gemacht werden. Und schließlich wirst du in 10 Schritten zum Erstellen deines Businessplans geführt.

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Wer liest deinen Businessplan?

„Fakten, Fakten, Fakten – und immer an den Leser denken!” Dieser alte Werbespruch gilt auch für den Businessplan. Denke also daran, wer deinen Businessplan lesen wird. Du schreibst den Businessplan zwar in erster Linie für dich selbst, doch der Businessplan muss auch bei wichtigen Entscheidern Überzeugungsarbeit leisten:

 

LeserZweckAnforderungen
BankenEntscheidung über die Kreditvergabe. Hat dein Business bzw. deine Geschäftsidee Aussicht auf Erfolg?Sehr hoch.

Denn es geht um Geld. Die Bank will sichergehen, dass sich eine Finanzierung auch für sie selbst lohnt. Vor allem dein Finanzplan muss plausibel sein.

GeschäftspartnerLohnt sich die Zusammenarbeit bei bestimmten Projekten? Passt deine Geschäftsidee dazu?Hoch.

Dein Geschäftspartner möchte wissen, ob sich eine Zusammenarbeit für ihn rentiert.

Arbeitsagentur/JobcenterEntscheidung über die Bewilligung von Zuschüssen für die Existenzgründung. Erscheint dein Unternehmen tragfähig als Lebensgrundlage?Mittel.

Der Sachbearbeiter benötigt Argumente für seine Entscheidung, einen Zuschuss zu bewilligen. Grundsätzlich ist seine Einstellung dazu positiv. Denn wer sich selbstständig macht, erscheint nicht mehr in der Arbeitslosenstatistik.

 

 

Die 10 häufigsten Fragen zum Businessplan

Zum Thema Businessplan kursieren viele falsche Annahmen. Deshalb ist es gut, wenn man von Anfang an Bescheid weiß – vor allem als Gründer. Hier ein Überblick über die zehn häufigsten Fragen im Zusammenhang mit dem Erstellen eines Businessplans – mit Antworten:

 

Frage 1: Wofür brauchen Gründer einen Businessplan?

Ein Businessplan ist das zentrale Planungselement eines jeden Unternehmens. Er verschafft dir als Gründer vor allem Klarheit. Banken verlangen einen Businessplan regelmäßig als Entscheidungsgrundlage für die Kreditvergabe. Arbeitsämter und Jobcenter benötigen ihn, um Zuschüsse für die Selbstständigkeit zu bewilligen.

 

Frage 2: Gibt es eine vorgeschriebene Gliederung, an die ich mich beim Erstellen des Businessplans halten muss?

Nein. Es kommt nur darauf an, dass alle wichtigen Punkte in einer sinnvollen Reihenfolge genannt werden.

 

Frage 3: Wie lang bzw. ausführlich muss ein Businessplan sein?

Der Umfang deines Businessplans hängt im Wesentlichen von der Größe deines Business ab. Die Seitenzahlen bewegen sich im Allgemeinen zwischen 10 und 100. Schreibe im Zweifel weniger.

 

Frage 4: Wo finde ich Muster und Beispiele zum Erstellen meines Businessplans?

Du solltest keine Muster oder Beispiele unkritisch übernehmen. Überzeugen kannst du nur durch Individualität. Du kannst Muster und Vorlagen aber zur Orientierung benutzen. Unsere kostenlose Vorlage hilft dir dabei weiter. Zum downloaden einfach auf das Bild klicken 🙂

 

Kostenloser Download Businessplan

 

Frage 5: Ist ein Businessplan Voraussetzung für eine Existenzgründung?

Nein. Der Businessplan ist zumindest keine rechtliche Bedingung für die Gründung eines Unternehmens oder den Start ins selbstständige Business. Wenn es um Finanzierungen, Eigenwerbung bei Geschäftspartnern oder Investoren geht, ist das Erstellen eines Businessplans jedoch unverzichtbar.

 

Frage 6: Muss ich einen Businessplan erstellen, wenn ich einen Kredit für mein Unternehmen beantrage?

Ja. In der Regel verlangt jede Bank bei Gründern, aber auch bei langjährig selbstständig Tätigen einen Businessplan, der sie von der Tragfähigkeit des Projekts überzeugt.

 

Frage 7: Wie viel kostet es, einen Businessplan zu erstellen?

Einen Businessplan zu erstellen kostet lediglich Zeit und Mühe. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, einen Businessplan selbst zu erstellen. Denn dann wirst du über viele Aspekte deiner Gründung Klarheit bekommen. Wenn du dir von einem professionellen Berater helfen lässt, ist eine solche Dienstleistung meist nicht unter 200 Euro zu bekommen.

 

Frage 8: Worauf legen Banken bei einem Businessplan besonderen Wert?

Die Bank finanziert dich nur dann, wenn sie davon ausgehen kann, ihr Geld zurückzuerhalten (plus Zinsen). Deshalb musst du deinen potenziellen Kreditgeber von den folgenden vier Punkten überzeugen:

  1. Du bist als Gründer persönlich geeignet für dein Geschäft.
  2. Du kennst den Markt.
  3. Die Finanzierung ist schlüssig.
  4. Dein Konzept ist verständlich.

 

Frage 9: Worauf legen Arbeitsämter und Jobcenter bei einem Businessplan besonderen Wert?

Die Anforderungen an einen Businessplan sind hier geringer als bei den Banken. Denn die Behörde hat hier letztlich kein Geld zu verlieren und legt einen Schwerpunkt darauf, dich als Gründer zu unterstützen. Der Businessplan muss auf jeden Fall in sich schlüssig sein.

 

Frage 10: Worauf legen Geschäftspartner bei einem Businessplan besonderen Wert?

Geschäftspartner wollen wissen, ob dein Unternehmen zu ihnen passt und ob sich eine Zusammenarbeit lohnt. Hier spielen oft sehr subtile Aspekte eine Rolle, die du nicht immer voraussehen kannst. Bleibe deshalb in deinem Businessplan vor allem authentisch.

 

 

Die 10 häufigsten Fehler beim Erstellen des Businessplans

Um deinen Businessplan möglichst perfekt zu gestalten, musst du Fehler vermeiden. Diese Fehler führen am häufigsten dazu, dass ein Businessplan seinen Zweck nicht erfüllt:

 

1 Die Marktlage wird zu optimistisch eingeschätzt.

2 Der Finanzierungsbedarf wird unterschätzt.

3 Der Businessplan ist nicht konsequent. Er versucht offensichtlich, es jedem recht zu machen.

4 Im Businessplan finden sich zu viele Wiederholungen.

5 Zu viele Fachbegriffe machen den Businessplan unverständlich.

6 Der Businessplan ist nicht konsistent. Er enthält Widersprüche.

7 Der Businessplan ist langweilig. Er lädt nicht zum Lesen ein.

8 Der Businessplan wurde vor der Verwendung von einer dritten Person nicht geprüft.

9 Der Businessplan ist nicht einzigartig. Er wurde offensichtlich aus einer Vorlage erstellt.

10 Der Businessplan macht bereits auf den ersten Blick einen schlechten Eindruck (Bindung, Cover, Rechtschreibfehler usw.)

 

 

In 10 Schritten zum Businessplan

Wenn du als Gründer einen Businessplan erstellen willst, halte dich einfach an die folgenden Punkte. Erst wenn du den neunten Punkt abgehakt hast, kannst du dich Punkt 10 zuwenden: dem Schreiben. Los geht’s.

Schritte Businessplan

 

Formuliere deine Geschäftsidee

Deine Geschäftsidee wird vor dem Erstellen des Businessplans bereits feststehen. Beim Erstellen des Businessplans geht es darum, diese Geschäftsidee gut zu präsentieren. Du willst überzeugen. Worauf musst du also achten? Das Wichtigste:

 

  • Sei nicht zu ausführlich.
  • Fang mit einer groben Darstellung an, gehe dann in die Details.
  • Vermeide Fachbegriffe, mit denen der Leser nichts anfangen kann.
  • Benutze eventuell auch Bilder, um beispielsweise Produkte darzustellen.

 

Halte dir beim Punkt „Geschäftsidee” immer den Zweck vor Augen: Der Leser soll zunächst einmal verstehen, worum es überhaupt geht. Dazu reicht eine grobe Darstellung. Es kommt also nicht darauf an, alle Leistungen oder Produkte bis ins kleinste Detail aufzuzeigen. Der Leser will einen Eindruck davon bekommen, womit du letztlich Umsätze und Gewinn generieren willst. Eine, zwei oder drei Seiten reichen dafür aus – schreibe auf keinen Fall mehr!

 

Inhaltlich kannst du dich bei der Darstellung deiner Geschäftsidee an folgenden Punkten orientieren:

 

  1. Gründer, Ort und Datum der Unternehmensgründung, Firmenname, Rechtsform
  2. Produkte, Dienstleistungen
  3. Wie werden Umsätze generiert?
  4. Wovon profitieren die Kunden? Warum ist dein Angebot erfolgversprechend?
  5. Wofür steht dein Unternehmen? Beschreibe eventuell eine kurze Firmenphilosophie.

 

Es geht natürlich auch noch kürzer. Orientiere dich an der Leser-Perspektive. Welche Informationen möchte der Entscheider über deine Geschäftsidee haben? Eigentlich sind dies nur drei Punkte:

 

  1. Was ist der Inhalt deiner Geschäftsidee?
  2. Wie funktioniert sie?
  3. Was ist dein Alleinstellungsmerkmal?

 

 

Warum wählst du welche Rechtsform?

Ein wichtiger Punkt beim Erstellen des Businessplans ist es, den Leser über die Rechtsform deines Unternehmens zu informieren. Hierfür reicht es im Allgemeinen nicht, wenn du nur einen einfachen Hinweis auf die Art der Rechtsform gibst. Nutze diesen Punkt dafür, die Leser deines Businessplans (vor allem Banken) davon zu überzeugen, dass du Bescheid weißt. Denn schon die Wahl der richtigen Rechtsform zeugt von Professionalität. Erkläre deshalb in deinem Businessplan, warum du als Gründer eine bestimmte Rechtsform gewählt hast. Ein paar Beispiele:

 

RechtsformVorteile
Einzelunternehmen als Person
  • unkompliziert
  • Kein vorgeschriebenes Startkapital
GmbH
  • Haftungsbegrenzung
  • Klare Trennung zwischen der Gesellschaft und dem Gründer als Person
UG
  • Vorstufe einer GmbH
  • Geringes Stammkapital (1 Euro)
AG
  • Leichte Übertragbarkeit
  • Professionelles, seriöses Image

 

Wenn du als Einzelunternehmer tätig werden willst, musst du auch wissen, ob du ein Gewerbe anmelden musst oder als Freiberufler darauf verzichten kannst.

 

 

Bestimme deine Zielgruppe

Als Nächstes gilt es, deine Zielgruppe im Businessplan möglichst genau zu beschreiben: Wer sind deine Kunden?

 

Analyse der Zielgruppen

 

Ausschlaggebend ist die Unterscheidung zwischen Geschäftskunden und Privatkunden.

 

ZielgruppeMerkmale, die im Businessplan beschrieben werden sollten
Geschäftskunden
  • Branche
  • Region
  • Typische Unternehmensgrößen
  • Handelt es sich vorwiegend um Start-ups oder alteingesessene Betriebe?
Privatkunden
  • Alter, Geschlecht, Familienstand, Bildung
  • Berufe, Hobbys
  • Einkommen
  • Kaufmotive
  • Gibt es Gruppen oder Einzelpersonen (Opinion Leader), die zu bestimmten Kaufentscheidungen bewegen?

 

Wenn du deine Zielgruppe beschrieben hast, hast du eine solide Grundlage für drei weitere wichtige Aspekte:

  1. die Bestimmung der Marktgröße,
  2. die Analyse der Wettbewerbssituation und
  3. die Entwicklung einer auf deine Zielgruppe ausgerichtete Marketingstrategie.

 

 

Analysiere deinen Markt

Die Bestimmung deines Marktes basiert auf der Definition deiner Zielgruppe. Beschreibe hier kurz, wie der Markt aussieht, auf dem du tätig sein wirst. Im Prinzip geht es bei einer guten Marktanalyse um Antworten auf drei Fragen:

 

  1. Wie hat sich der Markt in der Vergangenheit entwickelt?
  2. Wie sieht der Markt im Moment aus?
  3. Wie wird sich der Markt wahrscheinlich entwickeln?

 

Wichtig ist, dass du in deinem Businessplan mit einer korrekten Marktanalyse die realistische Einschätzung deiner Chancen als Gründer unter Beweis stellst. Überschneidungen mit dem Punkt „Geschäftsidee” sind hier meist unvermeidbar. Denn deine Wettbewerbsvorteile und dein Alleinstellungsmerkmal basieren ja gerade auf der Situation des Marktes. Dein Markt lässt sich sehr einfach so beschreiben:

 

  • Was bietest du an?
  • Wo bietest du es an?
  • Wer kauft dein Produkt?

 

Beispiel: Du bietest trendige Jeans an. Dein Geschäft befindet sich in einer belebten Einkaufsstraße in Hamburg und du setzt vor allem auf Laufkundschaft. Das Produkt richtet sich an Frauen zwischen 15 und 35 Jahren. Jeans sind quasi immer in Mode. Deine Zielgruppe erweist sich bei Modeprodukten konstant und langfristig als kauffreudig.

 

Tipp: Lege auf diesen Punkt beim Erstellen des Businessplans ein besonderes Augenmerk. Recherchiere sorgfältig und vermeide Fehler. Denn eine unzureichende Marktanalyse ist einer der häufigsten Gründe dafür, dass ein Business scheitert.

 

 

Analysiere die Wettbewerbssituation

Bei der Wettbewerbsanalyse geht es in der Regel um fünf Faktoren. Um dein Wirtschaftswissen (das dich als kompetenten Gründer auszeichnet) in einem Businessplan gut zu präsentieren, achte darauf, dass diese fünf Faktoren benannt werden:

Five Forces nach Porter

 

  1. Welche Mitbewerber sind zurzeit auf dem Markt?
  2. Gibt es neben dir neue Mitbewerber? Welche Barrieren stehen dem Markteintritt entgegen?
  3. Welche Verhandlungsmacht haben die Kunden?
  4. Welche Verhandlungsmacht haben die Lieferanten?
  5. Welche Ersatzprodukte gibt es auf dem Markt, die als Alternativen dein Angebot gefährden könnten? Beispiele: Kassettengeräte vs. CD-Player, CD-Player vs. MP3-Player, MP3-Player vs. Smartphones usw.

 

Wenn du auf alle diese fünf Punkte eingehst, zeigst du mit deinem Businessplan, dass du als Gründer die Wettbewerbslage realistisch einschätzt – auch in Bezug auf die Preise, die du verlangen kannst. Und genau das wollen die Entscheider lesen.

 

 

Gut zu wissen: SWOT

Bei diesem Punkt wird es richtig professionell: die SWOT-Analyse. Dieses Analyse-Verfahren wurde ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt. Das zeigt einmal wieder, dass auch im Business mit harten Bandagen gekämpft wird. Eine SWOT-Analyse ist nicht unbedingt Bestandteil eines Businessplans. Du kannst darauf beim Erstellen deines Geschäftsplans im Zweifel also verzichten – insbesondere dann, wenn du ein kleineres Unternehmen gründest.

 

Wenn du jedoch Größeres vorhast und auf die Unterstützung von Kapitalgebern angewiesen bist, wirkt eine korrekte SWOT-Analyse sehr überzeugend. Sie zeigt, dass du dir tiefergehende Gedanken über dein Vorgehen gemacht hast. Eine SWOT-Analyse ist auch dann hilfreich, wenn es nicht um das Erstellen eines Businessplans geht. Es hilft, wenn du dir einmal Gedanken um diese vier Aspekte machst, die für SWOT stehen:

 

Dafür steht SWOT

 

  • S wie Strenghts – Stärken
  • W wie Weaknesses – Schwächen
  • O wie Opportunities – Chancen
  • T wie Threats – Risiken

 

Diese vier Faktoren lassen sich wiederum in zwei Gruppen einteilen:

 

  1. Interne Faktoren: Deine Stärken und Schwächen (Strengths, Weaknesses)
  2. Externe Faktoren: Chancen und Risiken des Marktes (Opportunities, Threats)

 

Bei den internen Faktoren solltest du Antworten auf folgende Fragen finden:

 

  • Wo liegen deine Stärken?
  • Wo liegen deine Schwächen?
  • Vergleiche deine Position bei bestimmten Erfolgsfaktoren mit den Positionen deiner Konkurrenz!
  • Worauf kannst du stolz sein? Welche Erfolge hast du in der Vergangenheit erzielt?
  • Welche Aufträge gingen an deine Wettbewerber? In welchen Bereichen bist du noch ganz hinten?

 

Bei den externen Faktoren sind folgende Punkte wichtig:

 

  • Welche externen Faktoren beeinflussen dein Geschäft?
  • Wie sah die Entwicklung der Märkte und Branchen in der Vergangenheit aus?
  • Wie werden sich diese voraussichtlich entwickeln?
  • Von welchen Trends kannst du profitieren?

 

Aus den internen und externen Faktoren lassen sich vier Strategien ableiten, mit denen du Chancen nutzen und Risiken vermeiden kannst:

 

StrategiePrinzipStichwortBeispiele
S – OStärken für die Chancen nutzenAusbauen
  • Welche deiner Stärken passen zu welchen Chancen?
  • Sind diese Chancen kurz- oder langfristig vorhanden?
W – OSchwächen abbauen, um Chancen zu nutzenAufholen
  • Welche Schwächen stehen dem Nutzen von bestimmten Chancen entgegen?
  • Lassen sich bestimmte Schwächen eventuell in Chancen verwandeln?
S – TStärken nutzen, um Risiken zu vermeidenAbsichern
  • Welche Stärken wenden welche Risiken ab?
  • Welche Stärken sind risikoanfällig?
W – TSchwächen minimieren, um Risiken zu umgehenVermeiden
  • In welchen Bereichen treffen externe Gefahren auf interne Schwächen?
  • Welche Produkte oder Dienstleistungen müssen im Notfall wegfallen?

 

Tipp: Sei bei allen Faktoren objektiv und ehrlich. Mach dir vor allem klar, wo die Probleme liegen. Schönreden nützt nichts – schon gar nicht im harten Business-Alltag.

 

 

Marketing: Entwickle eine überzeugende Strategie

Marktanalyse, Wettbewerbsanalyse und SWOT-Analyse sind die Grundlage für die Entwicklung eines überzeugenden Konzepts für dein Marketing. Gehe beim Erstellen des Businessplans auf folgende Punkte ein:

Marketing Mix

 

  • Welche Maßnahmen ergreifst du, um deine Zielgruppe mit deinem Angebot zu erreichen? Das sind zum Beispiel:
    • Preis-Strategien
    • Kommunikations-Strategien (Werbung)
    • Vertriebs-Strategien (Produktentwicklung) usw.
  • Wie sehen diese Maßnahmen im Einzelnen aus? Wirken sie kurz– oder langfristig?
  • Was kosten diese Maßnahmen?

 

 

Erstelle einen Finanzplan

Der Finanzplan ist die Stunde der Wahrheit im Businessplan. Hier sprechen Zahlen, Daten und Fakten. Spätestens beim Punkt der Finanzierung wird dem Gründer klar, ob das geplante Vorhaben realistisch ist.

 

Gerade der Finanzplan ist beim Erstellen des Businessplans für Gründer sehr schwierig. Buchhaltungs- und Finanzsoftware ist deshalb für das korrekte Erstellen eines Finanzplans unerlässlich. Je eher du dir Gedanken um die Finanzierung deiner Existenzgründung machst, umso kleiner ist das Risiko des Misserfolgs.

 

Für welchen Zeitraum sollte man die Prognose erstellen? Drei Jahre reichen zumeist aus. Je länger die Zeiträume sind, umso unsicherer werden die Prognosen. Bedenke bitte, dass schon der Finanzplan für die ersten drei Jahre wahrscheinlich nie genau so in Erfüllung gehen wird, wie er prognostiziert wurde.

 

Gründungs-, Investitions- und laufende Kosten sind die Grundlage für die Berechnung deines Kapitalbedarfs. Arbeite hier mit einem Sicherheits-Zuschlag von etwa 25 Prozent!

 

Gründungskosten
  • GmbH-Startkapital
  • Lizenzen
  • Anmeldegebühren usw.
Investitionskosten
  • Warenlager
  • Immobilien
  • Maschinen etc.
Laufende Kosten
  • Löhne und Gehälter
  • Verluste in der ersten Phase der Gründung
  • Liquiditätsengpässe usw.

 

Tipp: Nutze neben der tabellarischen Darstellung des Finanzplans auch Grafiken: Säulen-, Torten- oder Liniendiagramme, die sich auch mit Excel erstellen lassen. Sie lockern die Darstellung nicht nur auf, sondern machen vieles auch auf den ersten Blick verständlich und wirken überzeugend.

 

Diagramme im Businessplan dienen der Veranschaulichung

 

Formuliere eine Executive Summary

Am Anfang des Businessplans steht die Executive Summary. Das ist eine kurze, prägnante Zusammenfassung. Formuliere die Executive Summary aber erst zum Schluss, wenn du alle Fakten aus deinem Businessplan vorliegen hast. Dann vermeidest du Widersprüche. Dieser Teil deines Businessplans ist sehr wichtig. Denn in der Regel wird wohl niemand deinen Businessplan zu 100 Prozent durcharbeiten. Die Executive Summary wird jeder Entscheider lesen. Die Zusammenfassung ist ideal für Menschen, die wenig Zeit haben. Versuche deshalb, besonders an dieser Stelle zu punkten.

 

Erstelle deinen Businessplan!

Jetzt steht der Inhalt. Du kannst deinen Businessplan erstellen. Das heißt: Jetzt beginnst du mit dem Schreiben. Beim Aufbau kannst du dich an dieser Reihenfolge orientieren:

 

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Executive Summary (Zusammenfassung)
  3. Wer ist der Gründer? Wie ist das Team zusammengestellt?
  4. Organisation und Rechtsform des Unternehmens
  5. Die Geschäftsidee
  6. Zielgruppe
  7. Markt und Wettbewerb
  8. Marketing-Strategie
  9. SWOT-Analyse (bei Bedarf)
  10. Finanzplan

 

Diese Reihenfolge hat sich beim Erstellen eines Businessplans bewährt. In einzelnen Punkten kannst du natürlich von dieser Reihenfolge abweichen, andere Schwerpunkte setzen, Punkte zusammenfassen oder als einzelne Abschnitte behandeln. Wichtig ist vor allem, dass am Anfang des Businessplans eine gut lesbare, informative Zusammenfassung (Executive Summary) steht.

 

 

Der Weg ist das Ziel – auch beim Businessplan

Denke daran, dass du einen Businessplan in erster Linie für dich selbst schreibst. Es kommt natürlich auf das Ergebnis an, aber wichtig ist auch der Prozess des Erstellens. Denn du wirst dabei gezwungen, deinen Geschäftsplan zu strukturieren und wichtige Entscheidungen zu treffen: beispielsweise über Finanzierungen, über rechtliche Fragen oder das Konzept deines Marketings. Vielleicht erkennst du auch, dass dein Plan nicht aufgeht – dann aber hast du diesen Fakt rechtzeitig erkannt und einen finanziellen Misserfolg abgewendet.

 

Die wichtigsten Tipps für das Schreiben deines Businessplans:

 

  • Strukturiere deinen Businessplan.
  • Schreibe einfach und verständlich.
  • Vermeide lange und verschachtelte Sätze.
  • Sorge für eine optisch ansprechende Gestaltung.

 

Hinweis: Schreibe deinen Businessplan selbst! Nur dann kannst du auf eventuelle Nachfragen kompetent antworten. Rechtschreibfehler und Formulierungsschwächen lassen sich später korrigieren. Hierfür kannst du selbstverständlich Hilfe in Anspruch nehmen.

 

 

Fazit: Der Businessplan schafft Klarheit

Das Erstellen eines Businessplans ist nicht nur für den Leser wichtig. Auch du als Gründer profitierst davon. Denn das Erstellen des Businessplans zwingt dich dazu, deine Geschäftsidee zu überdenken. Vielleicht werden dir Lücken auffallen, an die du vorher nicht gedacht hast. Vielleicht kommst du auf neue Ideen, die dein Unternehmen noch besser machen. Du bekommst durch das Erstellen des Businessplans einen guten Überblick über alles, was für dein Unternehmen wichtig ist.

Wahrscheinlich wird das Erstellen des Businessplans für dich sehr lehrreich sein. Du wirst Selbstvertrauen gewinnen – und das wirkt sich positiv aufs Geschäft aus. Das Erstellen eines Businessplans wird dich inspirieren. Und Kreativität ist genau das, was jedes Business voranbringt. Viel Spaß beim Erstellen deines Businessplans!

Ertan ist CEO, Gründer & Gesellschafter von weclapp und schreibt in diesem Blog über aktuelle Entwicklungen rund um die ERP-Software. Außerdem gibt er seine Erfahrung als Gründer weiter sowie seine Expertise in den Bereichen Warenwirtschaft und Buchhaltung.Seine ersten Erfahrungen sammelte er Anfang der 1990er mit der Entwicklung eines Warenwirtschaftssystems für einen IT-Großhändler. 2001 entwickelte er eine Open Source Lösung für das Customer Relationship Management – eines der ersten Open Source CRM-Systeme, die es zum damaligen Zeitpunkt überhaupt gab.Das Know-How aus diesen beiden Schlüsselprojekten sowie zahlreiche Prozessberatungen in Unternehmen führten 2008 zu der frühen und richtungsweisenden Idee von weclapp: eine Cloud-basierte ERP-Software für alle Unternehmensbereiche. Damit war Ertan einer der ersten, der das Potenzial einer solchen Anwendung erkannte und eine Cloud-Lösung zur Unternehmenssteuerung auf den Markt brachte.

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