Was ist Cloud Computing?

Cloud Computing bedeutet, dass Daten nicht lokal, sondern auf entfernten Servern gespeichert werden. IT-Dienstleistungen und IT-Ressourcen werden über das Internet bereitgestellt und sind in Echtzeit verfügbar. Hardware und Software muss dabei nicht mehr selbst gekauft und betrieben werden, sondern wird vermietet. Vorteile hierbei sind mehr Flexibilität, Skalierbarkeit und niedrige Kosten, da eine eigene Serverstruktur entfällt.

Sie denken, dass Sie keine Cloud-Anwendungen nutzen? Falsch! Sobald Sie eine E-Mail-Adresse im Internet haben, sich dort mit Benutzername und Passwort eintragen, sind Sie Nutzer von einem Cloud-Anbieter. Weitere Beispiele wären:

  • Dropbox
  • Google Drive
  • Amazon Drive
  • iCloud
Cloud Computing

Vorteile von Cloud Computing

Einsparung von Kosten

Durch den Einsatz von Cloud Computing entfallen kostspielige Investments in eigene IT-Infrastrukturen und das Management von IT-Ressourcen. Außerdem spart das Unternehmen teure Investitionen in Unternehmenssoftware, weil es nur für die Funktionen zahlt, die es tatsächlich nutzt. Funktionen werden laufend automatisch upgedatet, sodass alle genutzten Module einer Cloud-Anwendung immer auf dem aktuellen Stand sind. Dies reduziert den Betriebs- & Wartungsaufwand für IT-Ressourcen.

Ortsunabhängige Skalierbarkeit

Unternehmen können zeitnah Funktionen an veränderte Bedürfnisse in quantitativer und qualitativer Hinsicht anpassen. Aufwendige Upgrade-Prozeduren für die Implementierung neuer Anwendungen gehören damit der Vergangenheit an. Gleichzeitig können Anwender an jedem Ort der Welt, an dem eine Internetverbindung zur Verfügung steht, auf ihre Anwendungen und Daten zugreifen. Damit erhöhen sie ihre Flexibilität und verschaffen sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Sicherheit & Verfügbarkeit

Datensicherungen werden automatisch durch den Cloud-Provider durchgeführt. Dabei werden zahlreiche Sicherheitsstandards und Richtlinien festgelegt, um sich vor potenziellen Bedrohungen zu schützen. Eine „Made in Germany“ Anwendung garantiert weltweit die strengsten Sicherheitsvorgaben. Ebenso sind durch hohe Technologieniveaus eine höchstmögliche Verfügbarkeit von Anwendungen und Daten garantiert.

Produktivität

Durch ortsunabhängigen gemeinsamen Zugriff lassen sich Projektverläufe beschleunigen, Workflows erheblich verbessern und alle Beteiligten sind immer auf dem aktuellen Stand durch Echtzeitaktualisierung von Dokumenten. Selbst kleine Firmen können durch Cloud Computing leistungsstarke Funktionen von CRM- und ERP-Systemen nutzen, die über eine On-Premises-Lösung nicht erschwinglich wären.

Liefermodelle von Cloud Computing

Liefermodelle unterscheiden sich in anbieter- und zielgruppenabhängigen Bereitstellungen. Die drei Arten sind Public Cloud, Private Cloud und Hybrid Cloud:

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Private Cloud

Private Cloud

Bei der Private Cloud sind die Zugänge nicht öffentlich. Anbieter und Nutzer befinden sich innerhalb derselben Strukturen beziehungsweise im selben Umfeld wie ein Unternehmen oder auch eine Organisation. Die Administration des Cloud-Services bleibt somit „im Haus“.

Viele Unternehmen entscheiden sich aus Gründen des Datenschutzes und der IT-Sicherheit für diese Form des Cloud Computings, die nur den eigenen Mitarbeitern zur Verfügung steht. Der Unterschied zu den klassischen client-server-basierten Unternehmensanwendungen liegt bei der Bereistellung über den Webbrowser, der Installations- und Wartungsfreiheit der Anwendungen und der Skalierbarkeit der IT-Infrastruktur.

Public Cloud

In der Public Cloud stehen Angebote eines Providers zur privaten und geschäftlichen Nutzung zur Verfügung, die jedem öffentlich zugänglich sind. In der Regel ergänzen kostenpflichtige Premiumservices für den professionellen Einsatz die Serviceangebote, die von jedem kostenlos genutzt werden können. Angebote einer Public Cloud gibt es von großen Internetkonzernen wie Google, Amazon und Apple. Aber auch Gratis-Webmailer-Dienste fallen ebenso darunter wie Angebote für Speicherplatz (Google-Drive) sowie Applikationen, wie z.B. Google Docs.

Public Cloud
Hybrid Cloud

Hybrid Cloud

Zwischen der Public Cloud und der Private Cloud sind die Übergänge manchmal fließend. Zu meistverbreiteten Mischformen zählt die Hybrid Cloud. In ihr sind individuelle Komponenten der Private Cloud und Standardservices der Public Cloud kombiniert. Der Private-Teil wird vom Kunden selbst betreut. Der Public-Cloud-Teil ist outgesourced, liegt also in der Hand des öffentlichen Cloud-Anbieters. Hier kommt es auf die saubere Trennung der Geschäftsprozesse und zugeordneten Daten an. Datenschutzkritische Anwendungen und Daten verbleiben in der Regel in der Eigenregie des Unternehmens. Andere Anwendungen, bei denen der Datenschutz weniger wichtig ist, laufen wie bei der Public Cloud über internetbasierte Services.

Cloud Computing Typen

Beim Cloud Computing unterscheidet man drei verschiedene Cloudtypen: Software as a Service, Platform as a Service und Infrastructure as a Service. Diese werden je nach Tiefe der Auslagerung unterschieden.

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SaaS

Software as a Service (SaaS)

SaaS ist das umfassendste Cloud-Service Modell, das von der Auslagerung einer einzelnen Anwendung bis hin zur Auslagerung der kompletten Unternehmens-IT reicht. Hier befinden sich sogar die Anwendungen und die Daten in der Cloud und somit auf den Servern des Cloud-Anbieters. Der Anwender mietet die Software aus dem Internet nach Bedarf als „Software on Demand“ und zahlt auch nur für die tatsächlich genutzten Module. Das macht es für den Nutzer sehr kostengünstig, woraus folgt, dass dies das meist verwendete Software-Modul ist. Das Angebot an SaaS-Lösungen aus der Cloud reicht von Office- und Kollaborationslösungen bis hin zu Unternehmenssoftware für CRM und ERP wie weclapp.

Platform as a Service (PaaS)

Der Anwender von PaaS ist ein Cloud-Modell für Systemarchitekten und Anwendungsentwickler und hat Zugriff auf eine Entwicklungsumgebung oder ein Framework, in dem er eigene Applikationen entwickeln und betreiben kann. Der Entwicklungsprozess selbst und die Programmierung findet allerdings außerhalb des Unternehmens statt. Bestandteile zusätzlich zu IaaS ist die notwendige Laufzeitumgebung, die die Middleware zwischen Betriebssystem und den eigentlichen Anwendungen sowie das Betriebssystem miteinschließt. Einzig die Anwendungen und die Datenhaltung werden noch auf den Servern des Unternehmens gemanagt. Auch hier können die Rechen- und Datenkapazitäten auf den Bedarf des Unternehmens individuell angepasst werden. Zu den Anbietern von PaaS zählen

 

  • Google App Engine
  • Amazon Elastic Beanstalk
  • Microsoft Azure
  • Force.com
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IaaS

Infrastructure as a Service (IaaS)

IaaS bildet die Basisschicht für alle anderen Cloud-Service-Modelle. Hier können virtuelle Infrastruktur-Komponenten (Bsp.: Rechenleistung, Netzkapazität und Backup-Systeme) je nach Bedarf in Anspruch genommen werden. Die Rechen- und Speicherleistung findet auf virtualisierten Servern statt und der Umfang kann vom nutzenden Unternehmen jederzeit an den Bedarf angepasst werden. IaaS ist eine Lösung für Unternehmen, die häufiger Lastspitzen (plötzlich hohe Stromnachfrage) abdecken müssen. Hierfür extra in zusätzliche IT-Infrastruktur zu investieren wäre dabei zu teuer und außerdem werden Kosten für IT-Administration gespart. Zu den aktuell größten und wichtigsten Playern im IaaS-Markt zählen

 

  • Amazon Web Services (AWS)
  • Google Compute Engine
  • Microsoft Azure
  • Alibaba Cloud
  • IBM Cloud Services