Wareneinsatz
Was ist der Wareneinsatz?
Der Wareneinsatz ist eine Kennzahl aus dem Rechnungswesen, die im Handel und in Produktionsbetrieben verwendet wird. Er gibt die Summe aller verkauften und verbrauchten Waren in einem Geschäftsjahr an. Bewertet wird er mit dem Einstandspreis.
Wareneinsatz – Definition
Der Wareneinsatz spiegelt den Wert an Waren wider, die ein Unternehmen in einem Jahr an seine Kunden verkauft oder in der Produktion verbraucht hat. In letzteren Fall ist oft auch von „Materialaufwand“ die Rede. In beiden Fällen wird zunächst die Stückzahl pro Artikel ermittelt, um sie anschließend mit dem Einstandspreis (= Preis, zu dem die Ware erworben wurde) zu bewerten. Im Englischen wird der Wareneinsatz im Handel Costs of Goods Sold (COGS) genannt.
Der Wareneinsatz zählt zu den wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, da er unmittelbar die Kalkulation, Rentabilität und den Rohertrag eines Unternehmens beeinflusst.
Wie berechnet man den Wareneinsatz?
Um den Wareneinsatz zu berechnen, werden zum Jahresanfangsbestand die Lagerzugänge addiert, anschließend wird er Jahresendbestand abgezogen.
Die Grundlogik lautet:
- Anfangsbestand
- plus Lagerzugänge
- minus Endbestand
Das Ergebnis entspricht dem Wert der Waren, die im betrachteten Zeitraum verkauft oder verbraucht wurden.
Wareneinsatz – Formel
Um die zuvor skizzierte Ausführung greifbarer zu machen, wird an dieser Stelle die Formel zur Berechnung des Wareneinsatzes dargestellt.
Die Berechnung kann sowohl für ein gesamtes Geschäftsjahr als auch für einzelne Monate, Quartale oder Produktgruppen durchgeführt werden. Dadurch lassen sich Entwicklungen frühzeitig erkennen und analysieren.
In ihrer Grundform lautet sie wie folgt:
Wareneinsatz = Jahresanfangsbestand + Lagerzugänge – Jahresendbestand
Wareneinsatz berechnen: Beispiel
Gehen wir davon aus, dass uns folgende Angaben aus dem Rechnungswesen zur Verfügung stehen:
- Anfangsbestand zum Jahresbeginn: 200.000 Euro
- Lagerzugänge im Laufe des Jahres: 1.000.000 Euro
- Jahresendbestand laut Inventur: 300.000 Euro
Unsere Berechnung muss wie folgt lauten:
Wareneinsatz = 200.000€ + 1.000.000€ – 300.000€ = 900.000€
Wir wissen nun, dass der Wareneinsatz 900.000 Euro beträgt.
Was ist die Wareneinsatzquote?
Eine weitere interessante Kennzahl, die mit dem Wareneinsatz zusammenhängt, ist die Wareneinsatzquote. Sie gibt das Verhältnis von Wareneinsatz und Umsatz eines Unternehmens an, wird in Prozent ausgedrückt und gibt Aufschluss darüber, wie effizient der Wareneinsatz war.
Berechnen kann man die Wareneinsatzquote mit folgender Formel:
Wareneinsatzquote = Wareneinsatz / Umsatzerlöse x 100
Nehmen wir beispielsweise den Wareneinsatz aus dem vorangegangenen Beispiel (900.000 Euro) und gehen davon aus, dass das Unternehmen 2.500.000 Euro Umsatz erzielt hat. Nun möchten wir wissen, wie hoch die Wareneinsatzquote ist. Dazu rechnen wir folgendermaßen:
Wareneinsatzquote = 900.000€ / 2.500.00€ x 100 = 36 Prozent
Aus der Differenz von 100 Prozent und der Wareneinsatzquote kann nun noch die sogenannte Handelsquote errechnet werden. In unserem Beispiel würde sie bei 64 Prozent liegen. Ob dies ein guter oder schlechter Wert ist, hängt von der Art des Unternehmens, der Branche und dem Marktumfeld ab.
Wie bucht man den Wareneinsatz im Rechnungswesen?
In der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) entspricht der Wareneinsatz dem Materialaufwand – also den Aufwendungen für den Einkauf der Materialien. Die Buchung des Wareneinsatzes erfolgt nach folgendem Schema:
- Wareneinkauf auf das Wareneinkaufskonto (WEK) verbuchen
- Wareneinsatz vom WEK auf das Wareneinsatzkonto buchen
- Wert des Wareneinsatzkontos direkt auf der Sollseite des GuV-Kontos verbuchen
- Saldo des WEKs auf das Schlussbilanzkonto buchen
Wareneinsatz als Grundlage für betriebswirtschaftliche Entscheidungen
Der Wareneinsatz ist weit mehr als eine reine Kennzahl des Rechnungswesens. Er liefert wichtige Informationen für Einkauf, Vertrieb, Controlling und Unternehmenssteuerung.
In Verbindung mit ERP-Systemen und Warenwirtschaftssystemen wie weclapp kann der Wareneinsatz heute nahezu in Echtzeit ausgewertet werden. Unternehmen erhalten dadurch einen besseren Überblick über Kostenentwicklungen, Margen und die Wirtschaftlichkeit einzelner Produkte oder Produktgruppen.
Wer den Wareneinsatz regelmäßig analysiert und gemeinsam mit Lager- und Umsatzkennzahlen betrachtet, schafft die Grundlage für fundierte Entscheidungen im Einkauf, eine bessere Bestandsplanung und eine nachhaltige Ergebnisverbesserung.