Durchlaufzeit einfach erklärt! Das Wichtigste auf einen Blick

Unternehmen können ihre Wettbewerbsfähigkeit nur aufrechterhalten, wenn sie ihre Kosten im Rahmen halten und die geforderte Qualität liefern. Wichtig ist zudem der Faktor Zeit. Unabhängig davon, ob es sich um einen Fertigungsbetrieb, ein Handelsunternehmen oder einen Dienstleister handelt: Eine möglichst geringe Durchlaufzeit stärkt sowohl die Marktposition als auch die Kundenzufriedenheit. Doch was ist unter dem Begriff Durchlaufzeit genau zu verstehen und wie setzt sie sich zusammen? Dieser Artikel liefert verständliche Antworten.

 

 

Was bedeutet Durchlaufzeit?

Durchlaufzeit ist eine Kennzahl für die Zeitmessung im Unternehmen. Sie stammt ursprünglich aus der Produktion, wird heute aber auch verwendet, um die Zeitspanne von Prozessen und Aufträgen zu bewerten. Wurde die Durchlaufzeit korrekt ermittelt, kann sie für die Prozessoptimierung herangezogen werden. Hierfür ist es allerdings notwendig, Abläufe in einzelne Schritte zu zerlegen. Wie dies erfolgt, betrachten wir nun genauer.

 

Wie setzt sich die Durchlaufzeit zusammen?

Die Durchlaufzeit setzt sich im Wesentlichen aus Bearbeitungszeit und Wartezeit zusammen. Diese Betrachtungsweise stammt aus der Fertigung, da Produkte während ihrer Entstehung nicht permanent aktiv bearbeitet werden. Im gesamten Prozess fallen immer wieder Wartezeiten an, die folgende Ausprägungen haben können:

 

  • Rüstzeit: Zeit für die Umrüstung, Einstellung und Vorbereitung von Maschinen
  • Transportzeit: Zeit, in der sich das Produkt durch das Unternehmen bewegt
  • Liegezeit: Zeit zwischen den einzelnen Bearbeitungsschritten
  • Lagerungszeit: Zeit, in der sich halbfertige Erzeugnisse und fertige Produkte vor, zwischen und nach der Auftragsdurchführung in Lagerbereichen befinden
  • Zusatzzeit: Zeitaufwand, der zusätzlich zur geplanten Prozesszeit entsteht

 

Berechnung der Durchlaufzeit: Beispiel

Sehen wir uns ein vereinfachtes Beispiel an, um die Berechnung der Durchlaufzeit zu verdeutlichen: Ein Kunde bestellt online einen Maßanzug in einer Schneiderei. Der Ablauf stellt sich wie folgt dar:

 

ProzessschrittKomponente der DurchlaufzeitZeitaufwand
Nähmaschine auf die bestellte Konfektionsgröße einstellen, passende Nadel einlegenRüstzeit5 Minuten
Stoffe zusammennähenBearbeitungszeit45 Minuten
Weitergabe des halbfertigen Anzugs zur nächsten StationTransportzeit5 Minuten
Knöpfe annähenBearbeitungszeit20 Minuten
Anzug bügelnBearbeitungszeit10 Minuten
Anzug auskühlen lassenLiegezeit10 Minuten
SummeDurchlaufzeit gesamt95 Minuten

 

Wie kann ich die Durchlaufzeit optimieren?

Insbesondere in der Produktion ist eine hohe Durchlaufzeit naturgemäß mit hohen Kosten verbunden. Entsprechend muss es das Ziel der Prozessoptimierung sein, Bearbeitungs- und Wartezeiten zu verkürzen. Hierfür gibt es mehrere Ansätze:

 

  • Einführung neuer Maschinen und Technologien
  • Störungsvermeidung
  • Optimierung der Ablauforganisation
  • Verbesserter Informationsfluss
  • Weiterbildung der Mitarbeiter

 

Bleiben wir beim vorangegangenen Beispiel, so wären folgende Maßnahmen vorstellbar:

  • Rüstzeit minimieren: Anzüge derselben Größe stets nacheinander produzieren
  • Bearbeitungszeit senken: Anschaffung einer neuen, schnelleren Nähmaschine
  • Transportzeit reduzieren: Abstand zwischen Arbeitsstationen verringern oder Fördersystem einführen

 

Hinweis: Weitere praktische Tipps zum Senken der Durchlaufzeit findest du hier.

 

In Summe würden durch die kürzeren Durchlaufzeiten die Personalkosten sinken. Zudem ließen sich verkürzte Lieferzeiten und eine verringerte Kapitalbindung realisieren.

 

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Ertan ist CEO, Gründer & Gesellschafter von weclapp und schreibt in diesem Blog über aktuelle Entwicklungen rund um die ERP-Software. Außerdem gibt er seine Erfahrung als Gründer weiter sowie seine Expertise in den Bereichen Warenwirtschaft und Buchhaltung.Seine ersten Erfahrungen sammelte er Anfang der 1990er mit der Entwicklung eines Warenwirtschaftssystems für einen IT-Großhändler. 2001 entwickelte er eine Open Source Lösung für das Customer Relationship Management – eines der ersten Open Source CRM-Systeme, die es zum damaligen Zeitpunkt überhaupt gab.Das Know-How aus diesen beiden Schlüsselprojekten sowie zahlreiche Prozessberatungen in Unternehmen führten 2008 zu der frühen und richtungsweisenden Idee von weclapp: eine Cloud-basierte ERP-Software für alle Unternehmensbereiche. Damit war Ertan einer der ersten, der das Potenzial einer solchen Anwendung erkannte und eine Cloud-Lösung zur Unternehmenssteuerung auf den Markt brachte.

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