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Beschaffung

Was ist Beschaffung?

Unter Beschaffung wird in der Betriebswirtschaftslehre eine Funktion in Unternehmen verstanden, die für den Einkauf von Gütern und Dienstleistungen sowie für die Beschaffungslogistik zuständig ist. Zu unterscheiden sind die operative und die strategische Beschaffung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist das Ziel der Beschaffung?
  2. Was ist der Unterschied zwischen Einkauf und Beschaffung?
  3. Operative Beschaffung vs. strategische Beschaffung
  4. Was ist operative Beschaffung?
  5. Was ist strategische Beschaffung?

Was ist das Ziel der Beschaffung?

Die Beschaffung hat vordergründig das Ziel, die bedarfsgerechte Versorgung eines Unternehmens mit Material, Dienstleistungen und sonstigen Gütern langfristig und zu geringstmöglichen Kosten sicherzustellen. Häufig wird auch wie folgt formuliert: Die Beschaffung sorgt dafür, dass die richtige Ware in richtiger Menge in richtiger Qualität zur richtigen Zeit am richtigen Ort und zu richtigen (wirtschaftlichen) Kosten verfügbar ist.

Hinweis: Wir betrachten in diesem Lexikon-Artikel rein die Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen, wenngleich der Begriff in der Literatur teils weiter gefasst ist und auch Produktionsfaktoren wie Kapital, Personal, Rechte, Daten, Informationen und Immobilien umfasst.

Was ist der Unterschied zwischen Einkauf und Beschaffung?

Der Einkauf wird in der Wirtschaft allgemein als Teildisziplin der Beschaffung betrachtet. Der Begriff „Beschaffung“ ist also weiter gefasst und wird eher strategisch verstanden. So befasst sich der Einkauf im Regelfall nicht mit beschaffungslogistischen Aspekten. Folgende Übersicht stellt die wichtigsten Aufgabenstellungen gegenüber und verdeutlicht die Unterschiede:

Aufgaben der Beschaffung Aufgaben des Einkaufs
Planungsaufgaben (z.B. Materialbedarfsplanung) Einholen und Auswerten von Angeboten
Organisation eingehender Lieferungen Lieferantenauswahl
Management der Warenannahme und
Wareneingangsprüfung
Preisverhandlungen
Management der Lagerlogistik und der
Materialwirtschaft
Bestellungen und Vertragsabschlüsse
ggf. Organisation innerbetrieblicher Logistik (internes Supply Chain Management) Systemtechnisches Erfassen der Daten in der Materialwirtschaft

Operative Beschaffung vs. strategische Beschaffung

Die Beschaffung kann in die Bereiche „operativ“ und „strategisch“ untergliedert werden. Die strategisch ausgerichtete Beschaffung gehört zu den Management-Aufgaben eines Unternehmens und trägt zur langfristigen Sicherung der Überlebensfähigkeit bei. Dem operativen Bereich sind hingegen alle Tätigkeiten der kurz- bis mittelfristigen Material- und Dienstleistungsversorgung für den laufenden Betrieb zuzuordnen. In den folgenden beiden Abschnitten werden die Details verdeutlicht. operative Beschaffung vs. strategische Beschaffung

Was ist operative Beschaffung?

Die operative Beschaffung ist teil des Tagesgeschäfts in Unternehmen. Sie arbeitet eng mit der Materialwirtschaft zusammen und umfasst folgende Aufgaben:

  • Kontrolle von Beständen
  • Bedarfsermittlung
  • Bestellmengenplanung
  • Auswahl von Lieferanten
  • Bestellung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie von Diensteistungen
  • Bestellüberwachung (gemeinsam mit der Logistik)
  • Beschaffungslogistik

Bei all diesen Tätigkeiten richtet sie sich nach den Vorgaben und Informationen der strategischen Beschaffung.

Was ist strategische Beschaffung?

Die strategische Beschaffung legt die langfristige Ausrichtung sämtlicher Beschaffungsaktivitäten im Unternehmen fest. Hierzu zählen folgende Aufgaben.

  • Festlegung von Beschaffungsstrategien (z. B. zentraler vs. dezentraler Einkauf, Lead-Buyer-Konzept, Single Sourcing vs. Multiple Sourcing)
  • Marktanalysen
  • Beobachtung der internationalen Beschaffungsmärkte
  • Analysen des Lieferantenportfolios
  • Lieferantenbewertung
  • Verhandlung, Abschluss und Kontrolle von Rahmenvereinbarungen
  • Erstellen von Beschaffungsportfolios
  • Planung und Einsatz geeigneter Software-Tools (u. a. Module in ERP-Systemen, E-Procurement-Lösungen und Beschaffungsplattformen)

Autor dieses Artikels ist Ertan Özdil, CEO, Gründer und Gesellschafter des Cloud ERP-Anbieters weclapp.

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