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Abschlagszahlung

Was bedeutet Abschlagszahlung?

Bei einer Abschlagszahlung (auch: Akontozahlung) handelt es sich um eine Teilzahlung. Sie wird von einem Auftraggeber beim Kauf einer Dienstleistung oder einer Ware geleistet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorteile der Abschlagszahlung
  2. Wann erfolgt eine Abschlagszahlung?
  3. Welche Höhe hat eine Abschlagzahlung?
  4. Wichtige Angaben auf der Abschlagsrechnung
  5. Unterschied Abschlagsrechnung, Vorauszahlung und Teilrechnung
  6. Abschlagszahlung ist nicht gleich Anzahlung
  7. Bilanzierung von Abschlagszahlungen

Als Abschlagszahlungen werden in der Wirtschaft Teilzahlungen bezeichnet, die für eine Leistung an Handwerker, Dienstleister oder Händler geleistet werden. Wird die Akontozahlung für Gehälter verwendet, wird auch von „Vorschuss“ gesprochen. Im privaten Bereich werden Abschlagszahlungen beim Bezahlen von Strom oder Gas eingesetzt. Die Abschlagszahlung dient vor allem Auftragnehmern als Sicherheit.

Tatsächlich sind Abschläge in der Praxis eher selten, denn das BGB sieht grundsätzlich vor, dass eine Ware oder eine Dienstleistung immer mit der vollen Kaufsumme bezahlt wird.

Vorteile der Abschlagszahlung

Die Abschlagszahlung bietet sowohl Auftraggebern als auch Auftragnehmern Vorteile:

  • Vorteile für Auftraggeber: Sie müssen nicht den Gesamtbetrag einer Leistung bezahlen. So sinkt z.B. die monatliche finanzielle Belastung. Durch den Erhalt einer Komplettrechnung mit Abschlägen erhalten Auftraggeber einen Überblick über alle bezahlten, erhaltenen und noch offenen Leistungen.

  • Vorteile für Auftragnehmer: Durch Abschlagszahlungen erhöht sich die Liquidität der Auftragnehmer. Sie können das Geld in neues Material oder Personal investieren. Ohne Abschlagszahlung müssten sie sonst in Vorleistung gehen. Gerade Startups oder Selbständige können bei längeren Aufträgen ohne Abschlagszahlungen in eine finanzielle Schieflage geraten.

Wann erfolgt eine Abschlagszahlung?

Jeder Auftragnehmer kann eine Abschlagszahlung auf Leistungen fordern. Um eine gute Kundenbeziehung zu pflegen, sollten Unternehmen und Kunden Abschlagszahlungen im Vorfeld gemeinsam vereinbaren. Im Handwerk muss dabei jedoch das Werkvertragsrecht berücksichtigt werden, das z.B. eine erfolgreich durchgeführte Leistung für den Abschlag voraussetzt.

Welche Höhe hat eine Abschlagzahlung?

Es gibt keine festen Vorgaben dazu, wie hoch eine Abschlagszahlung ausfallen darf. Das Bauwesen macht jedoch eine Ausnahme: Hier muss die Abschlagszahlung dem Wert einer erfolgreich erbrachten Leistung entsprechen.

Wichtige Angaben auf der Abschlagsrechnung

Eine Abschlagsrechnung muss alle Pflichtangaben einer Rechnung enthalten. Wichtig ist, dass aus dem Dokument klar hervorgeht, dass es sich um eine Abschlagsrechnung handelt. In der späteren Abschlussrechnung müssen dann alle bereits geleisteten Abschläge aufgeführt und von der Gesamtsumme abgezogen werden.

Unterschied Abschlagsrechnung, Teilrechnung und Vorauszahlung

Bei einer Abschlagsrechnung handelt es sich um eine Rechnung, die für Teilleistungen erstellt wird, die noch nicht komplett erbracht wurden. Ein Abschlag ist demnach meist ein pauschaler Anteil auf einen geschätzten Gesamtbetrag, der in Rechnung gestellt wird.

Eine Teilrechnung bzw. eine Teilschlussrechnung stellt der Auftragnehmer dann, wenn eine Teilleistung einer vereinbarten Leistung vollständig erfüllt wurde.

Wird eine Vorauszahlung geleistet, stehen der endgültige Rechnungsbetrag und die dafür erbrachten Leistungen bereits fest.

Abschlagszahlung ist nicht gleich Anzahlung

Bei einer Anzahlung handelt es sich immer um eine Zahlung, die schon vor der Leistungserbringung geleistet wird. Typischer Zeitpunkt für die Anzahlung ist z.B. der Vertragsabschluss. Eine Abschlagszahlung hingegen erfolgt erst, wenn bereits ein Teil der vertraglichen Leistung erbracht wurde.

Bilanzierung von Abschlagszahlungen

Akontozahlungen werden bei Auftragnehmern als „Verbindlichkeit“ oder als „Vorräte aus unfertigen Leistungen“ bilanziert. Sie sind auf der Aktivseite als „Gewinn“ zu finden. Auftraggeber bilanzieren Abschläge hingegen als „Forderung“.

Autor dieses Artikels ist Ertan Özdil, CEO, Gründer und Gesellschafter des Cloud ERP-Anbieters weclapp.

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