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Angebotsanfrage

Was ist eine Angebotsanfrage?

Im betriebswirtschaftlichen Sinne fordern Unternehmen mit einer Angebotsanfrage (kurz: Anfrage, englisch: Request) ein anderes Unternehmen zur Abgabe eines Angebots auf. Häufig richten sich Angebotsanfragen an mehrere Lieferanten. Das Ziel ist es in diesem Fall, einen Vergleich der Preise und Leistungen zu realisieren.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was muss in einer Anfrage enthalten sein?
  2. Welche rechtlichen Folgen hat eine Anfrage?

Was muss in einer Anfrage enthalten sein?

Es existiert keine gesetzlich vorgeschriebene Form für eine Angebotsanfrage. Sie kann daher sowohl mündlich (telefonisch oder im direkten Gespräch) als auch elektronisch und schriftlich (Brief, Fax, E-Mail etc.) erfolgen. Üblich ist im B2B-Bereich jedoch die Schriftform.

Zu unterscheiden sind allgemeine Anfragen und bestimmte Anfragen. Die erste Variante dient dazu, sich mithilfe allgemeiner Informationen (z. B. Kataloge, Broschüren) einen Überblick über das Portfolio eines Anbieters zu verschaffen. Bei der bestimmten Anfrage werden die Lieferanten hingegen aufgefordert, Angebote zu genau definierten Waren oder Dienstleistungen abzugeben. Es empfiehlt sich in diesem Fall, folgende Angaben in die Angebotsanfrage aufzunehmen:

BereichRelevante Informationen und Daten
Kopfdaten (allgemeine Daten)
  • Anschrift des Lieferanten
  • Datum
  • ggf. Nr. der Anfrage
Einleitung
  • Betreff („Anfrage“)
  • Anrede
  • einleitender Satz (z. B. „Wir bitten um ein Angebot für nachfolgende Positionen:“)
Anfragepositionen
  • genaue Beschreibung der gewünschten Ware (Bezeichnung, wenn möglich Artikelnummer)
  • Menge
  • Qualität
  • Variante
  • Liefertermin

Bei Dienstleistung:

  • Art der Leistung
  • Umfang
  • Qualität
  • Fertigstellungstermin/-zeitraum
Schluss
  • Bitte um Zusendung eines Angebots mit vollständigen Verkaufsunterlagen
  • Bitte um Nennung der Liefer- und Zahlungsbedinungen
  • ggf. Frage nach Referenzen
  • ggf. Terminangabe (sofern nicht in den Positionsdaten genannt)
  • Grußformel

Welche rechtlichen Folgen hat eine Anfrage?

Im rechtlichen Sinne handelt es sich bei einer Angebotsanfrage lediglich um eine unverbindliche Bitte an einen Lieferanten, ein Angebot zu erstellen oder allgemeine Informationen zu seinem Sortiment abzugeben. Sowohl für den Anfragenden als auch für den Anbieter entstehen also keinerlei Verpflichtungen durch die Anfrage.

Rechtliche Auswirkungen ergeben sich erst, wenn das Angebot vom ursprünglich anfragenden Unternehmen angenommen wird. In diesem Fall entsteht ein Kaufvertrag mit all seinen gesetzlichen Rechten und Pflichten für beide Vertragsparteien.

Autor dieses Artikels ist Nadeem Ahmad, Director Marketing & Sales des Cloud ERP-Anbieters weclapp.

Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise zu diesem Artikel.