Skonto: Alles was man dazu wissen muss einfach erklärt

Wer eine Rechnung sofort bezahlt bekommt einen Preisnachlass. In der Geschäftswelt wird diese Preisreduzierung Skonto genannt. Skonto wirkt wie ein Rabatt, jedoch nicht für den Kauf großer Mengen, sondern für schnelle Zahlung und wird meistens in Prozent gegeben.

1. Was bedeutet Skonto?

Häufig findet man auf Rechnungen von Unternehmen Hinweise wie diese:

„Innerhalb von 7 Tagen abzüglich 2 % Skonto, innerhalb von 30 Tagen netto.”

Dies ist ein Hinweis, dass auf den Rechnungsbetrag Skonto gewährt wird. Was bedeutet das? Ganz einfach:

  • Wenn der Zahlungspflichtige innerhalb von sieben Tagen bezahlt, kann er zwei Prozent des Preises für sich behalten.
  • Wenn der Zahlungspflichtige innerhalb von acht bis 30 Tagen bezahlt, muss der Kunde den vollen Preis, der sich aus der Rechnung ergibt, begleichen.
  • Später werden Verzugszinsen fällig, eventuell auch die Begleichung der Kosten für Mahnungen oder andere Verzugsschäden.

1.1 Wichtige Begriffe zum Skonto

Im Zusammenhang mit dem Thema Skonto tauchen immer wieder dieselben Begriffe auf. Oft werden diese Begriffe allerdings auch missverständlich oder in falschen Zusammenhängen verwendet.

Deshalb sollte man sich im Sinne eines korrekten Sprachgebrauchs an den anerkannten Definitionen orientieren.

ZahlungszielVom allgemeinen Kaufrecht (zum Beispiel Zug-um-Zug-Zahlung, § 286 BGB) abweichende Zahlungsbedingung. Dem Zahlungspflichtigen wird durch das Setzen eines Zahlungsziels praktisch ein Kredit gewährt.
SkontofristDie Frist, innerhalb derer ein Preisnachlass (meist brutto) gewährt wird. Die Skontofrist ist immer kürzer als das Zahlungsziel.
SkontosatzDer Prozentsatz des Skontos.
SkontobetragDer konkrete Betrag des Preisnachlasses, der sich aus der Anwendung des Skontos ergibt.
Zielkauf (Kauf auf Ziel)Kauf, bei dem ein Zahlungsziel bzw. ein Zahlungsaufschub gewährt wird. Eine Ausnahme von der Regel, denn normalerweise sind Zahlungen sofort fällig.
LieferantenkreditKredit des Lieferanten für den Kunden in Form eines gewährten Zahlungsaufschubs. Wenn der Lieferant Skonto gewährt, werden Lieferantenkredit und Skonto oft als Synonyme verwendet.

1.2 Skonto in der Praxis

Zahlungsziele:
In Deutschland sind Zahlungsziele von 30 Tagen üblich. Manchmal werden auch höhere Zahlungsziele gesetzt, zum Beispiel 50 Tage.

Skontofristen:
Übliche Skontofristen liegen zwischen 7 und 10 Tagen. Skontosätze liegen in der Regel zwischen zwei und drei Prozent. Häufig wird auch von zeitlich gestaffelten Skontosätzen Gebrauch gemacht.

2. Unterschied zwischen Skonto und Rabatt

Skonto ist ein Preisnachlass, der dem Kunden gewährt wird, um ihn zu einer schnelleren Zahlung zu bewegen. Mit einer Preisreduzierung wird es dem Kunden attraktiv gemacht, den Rechnungsbetrag möglichst umgehend zu begleichen.

Skonto wirkt wie ein Rabatt, wird jedoch nur als Nachlass für eine schnelle Zahlung gewährt, nicht für den Kauf großer Mengen.

  • Skonto: zeitbedingter Nachlass
  • Rabatt: mengenbedingter Nachlass

2.1 Barzahlungsrabatt und Skonto

Häufig wird anstelle des Begriffs Skonto auch die Bezeichnung Barzahlungsrabatt verwendet. Dies ist jedoch irreführend. Zwar gibt es auch für eine unverzügliche Barzahlung Skonto, in der Regel werden Rechnungen im Geschäftsverkehr jedoch nicht bar bezahlt. Trotzdem wird der Nachlass gewährt, weil der Rechnungsbetrag innerhalb einer bestimmten, kurz bemessenen Frist beglichen wird.

2.2 Gibt es einen Anspruch auf Preisnachlass?

Einen gesetzlichen Anspruch auf die Einräumung eines Skontos gibt es nicht. Skonti und Zahlungsaufschübe werden von Lieferanten vor allem als Mittel der Absatzförderung eingesetzt. Oft kann der Kunde erst mit dem gekauften Gut die Mittel zur Zahlung erwirtschaften.

Es gibt viele Branchen, in denen Skonti marktüblich sind – deshalb kann es für Unternehmen einen wirtschaftlichen Nachteil bedeuten, wenn sie auf schnelle Zahlungen keine Preisnachlässe gewähren.

3. Kundenskonto oder Lieferantenskonto?

Der Unterschied zwischen den Begriffen Kundenskonto und Lieferantenskonto liegt in der Perspektive.

➜ Wenn ein Unternehmen seinen Kunden Skonto gewährt, ist dies der Kundenskonto.

➜ Wenn das Unternehmen von seinen Lieferanten Skonto erhält, handelt es sich um ein Lieferantenskonto.

Wenn Lieferanten Skonti gewähren, hat dies für sie den Vorteil, nicht über längere Zeit mit einem Ausfallrisiko des Schuldners rechnen zu müssen. Dabei werden Skonti bereits bei der Kalkulation der Preise berücksichtigt. Insofern entstehen durch Skonti keine Verluste. Wer als Kunde den Skonto „zieht”, also ausnutzt, profitiert von einem zusätzlichen Rabatt über das gesetzte Zahlungsziel hinaus.

  • Kundenskonto
    • Unternehmen gewährt dem Kunden Skonto.
    • Für das Unternehmen ist das Skonto ein Kostenbestandteil.
    • Das Skonto reduziert für das Unternehmen die Umsatzerlöse (§ 277 Abs. 1 HGB).
  • Lieferantenskonto
    • Lieferanten gewähren einem Unternehmen Skonto.
    • „Zieht” das Unternehmen Skonto, reduzieren sich dessen Anschaffungskosten (§ 255 Abs. 1 HGB).

Als Lieferantenkredit wird meist nur die Zahlung innerhalb einer Skontofrist bezeichnet, obwohl schon die Setzung eines Zahlungsziels einen Kredit darstellt.

4. Wie wird der Skontobetrag berechnet?

Eine Webagentur erhält von ihrem Webhoster eine Rechnung über € 100,- plus € 19,- Mehrwertsteuer für das Hosten mehrerer Internetseiten in einem bestimmten Zeitraum. Der Rechnungsbetrag ist mit dem Zusatz „2 % Skonto innerhalb von 7 Tagen, innerhalb von 30 Tagen netto” versehen. Die Webagentur zahlt zwei Tage später.

  • Vom Netto-Rechnungsbetrag werden 2 Prozent abgezogen (€ 100,- minus € 2,- ist € 98,-).
  • Von der Umsatzsteuer werden ebenfalls 2 Prozent abgezogen (€ 19,- minus € 0,38 ist € 18,62).

Die Webhostingkosten betragen für die Webagentur somit nur € 98,-.

Diese werden beispielsweise bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen verbucht. Diese eingesparten € 2,- machen den ganzen Skonto-Vorteil für das Unternehmen aus, denn 38 Cent eingesparte Umsatzsteuer wirken sich lediglich auf den durchlaufenden Posten Umsatzsteuer aus. Dieser Vorteil ist also unerheblich.

4.1 Skonto auf Brutto oder Netto anrechnen?

Meistens wird als Bemessungsgrundlage des Skontos der Bruttobetrag herangezogen, also Nettopreise plus Umsatzsteuer. Für beide Beteiligte macht es keinen Unterschied, ob Brutto oder Netto als Basis für das Skonto herangezogen wird. Denn für den Lieferanten verringert sich die Umsatzsteuer-Zahllast, für den Zahlungspflichtigen entsprechend die Möglichkeit, Vorsteuer zu berechnen.

Allerdings kommt für die Bemessungsgrundlage des Skontos nicht immer der ganze Rechnungsbetrag in Betracht. Gerade im Handwerk werden hierfür nur die Kosten für die Materialien herangezogen. Denn die Fertigungskosten werden bei Handwerkern nicht skontiert. Diese Vorgehensweise hat eine gewisse Tradition, jedoch keine Grundlage in einem Gesetz. Praktisch gilt Vertragsfreiheit. Ein Skontoabzug darf also prinzipiell auf alle Preise gewährt werden.

4.2 Skonto annehmen oder Zahlungsziel nutzen?

Jedem Unternehmer stellt sich immer wieder die Frage:

Skonto ziehen oder Zahlungsziel ausnutzen?

Die Inanspruchnahme eines Skontos ist in der Regel vorteilhaft. Meist lohnt es sich sogar, einen Bankkredit in Anspruch zu nehmen, um ein Skonto auszunutzen.

Vorteile

Um diesen Vorteil zu berechnen, müssen Skontosatz und Zinssatz der Bank verglichen werden.

  Ein weiterer Vorteil des Lieferantenkredits besteht für den Kunden darin, dass er für die Inanspruchnahme keinerlei Bonität oder Sicherheiten nachweisen muss. Der Lieferant sichert seinen Zahlungsanspruch manchmal durch einen Eigentumsvorbehalt ab, dieser wird jedoch mit der Zahlung abgewendet. Das größte Sparpotenzial durch die Ausnutzung von Skonti entsteht immer dann, wenn bereits viel Kapital und damit Liquidität vorhanden ist.

Nachteile

Er muss eventuell Zinsen für einen Bankkredit zahlen (z. B. Überziehungszinsen)

oder ihm entgehen Guthabenzinsen.

4.3 Wie berechnet man den Zinssatz für ein Skonto?

Um Vor- oder Nachteile eines Skontos festzustellen, muss der effektive Zinssatz eines Lieferantenkredits berechnet und mit dem Kreditzinssatz verglichen werden.

Der Zinssatz für einen Lieferantenkredit wird nach folgender Formel berechnet:

((Zielverkaufspreis / Skonto-Verkaufspreis) 1) * (360 / (Zahlungsziel Skontofrist))

Stellt sich bei der Anwendung dieser Formel im Einzelfall heraus, dass der errechnete Zinssatz über dem Kontokorrentkredit der Bank liegt, ist es ratsam, den Lieferantenkredit nicht in Anspruch zu nehmen.

4.4 Vergleich Skontosatz – Kreditsatz

Übersichten bieten Orientierungshilfe bei der Frage, ob ein Skonto genutzt oder das Zahlungsziel in Anspruch genommen werden soll.

Aus der folgenden Tabelle kann man ersehen, bis zu welchem Zinssatz die Ausnutzung eines Skontos vorteilhaft ist – bei einem Zahlungsziel von 30 Tagen. Dabei wird von 360 Zinstagen pro Jahr ausgegangen.

Skontofrist5 Tage10 Tage14 Tage
Skontosatz
0,5 %7,24 % p. a.9,05 % p. a.11,31 % p. a.
1,0 %14,55 % p. a.18,18 % p. a.22,73 % p. a.
1,5 %21,93 % p. a.27,41 % p. a.34,26 % p. a.
2,0 %29,39 % p. a.36,73 % p. a.45,92 % p. a.

Diese Liste zeigt ganz deutlich, dass ein Skonto in der Regel für den Zahlungspflichtigen empfehlenswert ist. Bei Skontosätzen ab zwei Prozent und einer längeren Skontofrist gilt dies eigentlich immer. Das leuchtet unmittelbar ein:

Nur wer außerordentlich hohe Zinsen für einen Bankkredit zahlen muss, profitiert nicht von einem Skontoabzug. Aber obwohl der Skontosatz nominal sehr niedrig angesetzt wird, ergibt sich auf das Jahr gerechnet ein sehr hoher Effektivzins, sodass manchmal sogar ein Bankkredit attraktiver ist.

5. Skonto in der Buchhaltung

Auch in der Buchhaltung, zum Beispiel beim Erstellen von Buchungssätzen, spielt Skonto eine große Rolle. Skonti bilden gesonderte Konten auf dem Wareneinkaufs- und Warenverkaufskonto:

Beim Kundenskonto wird der Wert verkauften Ware gemindert.
Beim Lieferantenskonto wird der Wert des Wareneingangs gemindert.

Daraus folgt, dass alle Skontokonten immer reine Erfolgskonten sind. Sie gehen in die Gewinn- und Verlustrechnung ein.

Auch beim Erstellen von Buchungssätzen hilft Finanzsoftware. Es reicht die Eingabe des Skontoabzugs, falls ein solcher genutzt wird – die Software verbucht den Abzug automatisch auf den richtigen Konten.

➜ Beispiele für Buchungssätze

Aus der Perspektive des Käufers: Ein Unternehmen kauft Artikel zu einem Nettopreis von € 1.000,-. Der entsprechende Buchungssatz sieht bei Berücksichtigung der Umsatzsteuer wie folgt aus:

Wareneinkauf: € 1.000,-anVerbindlichkeiten: € 1.190,-
Vorsteuer: € 190,-

Die Artikel werden am 1. Dezember 2015 geliefert. Aus der Rechnung ergibt sich ein Skonto für eine Zahlung innerhalb von fünf Tagen in Höhe von 2 Prozent. Am 3. Dezember 2015 überweist das Unternehmen € 1.166,20 an den Lieferanten. Buchungssatz:

Verbindlichkeiten: € 1.190,-anBank: € 1.166,20
Lieferantenskonti: € 23,80

Aus der Perspektive des Verkäufers: Ein Unternehmen verkauft und liefert Artikel. Es stellt dafür einen Nettopreis von € 1.000,- in Rechnung. Unter Einbeziehung der Umsatzsteuer ergibt sich folgender Buchungssatz:

Forderungen: € 1.190,-anWarenverkauf: € 1.000,-
Umsatzsteuer: € 190,-

So sieht der Buchungssatz aus, wenn der Kunde den Betrag mit Skontoabzug von € 23,80 innerhalb der Skontofrist überweist:

Bank: € 1.166,20anForderungen: € 1.190,-
Kundenskonti: € 23,80

6. Probleme im Zusammenhang mit Skonto

Auch beim Skonto kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten und Problemen, auf die reagiert werden muss. Mal berechnet der Zahlungspflichtige Skonto, obwohl er nicht innerhalb der Skontofrist zahlt, manchmal wird auch das Zahlungsziel nicht eingehalten. Wie man sich am besten gegenüber säumigen Zahlern verhält, bestimmt sich nicht immer nur nach gesetzlichen Vorschriften. Oft ist es das Fingerspitzengefühl eines erfahrenen Kaufmanns, das den Weg zur richtigen Lösung zeigt.

6.1 Unberechtigte Inanspruchnahme des Skontos

Was ist zu tun, wenn der Kunde einen Skontoabzug vornimmt, obwohl er die Skontofrist nicht einhält?

In diesem Fall bleibt der Anspruch auf das zu wenig gezahlte Geld erhalten. Dazu kommt eventuell ein Anspruch auf Verzugszinsen, wenn der verbleibende Betrag nicht innerhalb des Zeitraums bis zum Zahlungsziel beglichen wird. Bei geringen Zeitüberschreitungen von einem oder zwei Tagen sollte man jedoch abwägen, ob es sich lohnt, auf seinem Recht zu bestehen oder ob es vielleicht besser wäre, kulant zu sein. In die Abwägung sollte auch das Risiko einbezogen werden, einen Kunden zu verlieren.

6.2 Das Zahlungsziel wird nicht eingehalten

Wenn der Kunde nicht innerhalb der festgesetzten Zeit zahlt, gerät er automatisch, ohne dass gemahnt werden muss, in Verzug (§ 286 Abs. 1, Nr. 1 und Nr. 2 BGB). 30 Tage nach Fälligkeit entsteht der Verzug gegenüber Geschäftskunden bereits aufgrund gesetzlicher Regelung (§ 286 Abs. 2 Satz 1 BGB).

Gegenüber Verbrauchern muss auf diese Frist jedoch gesondert hingewiesen werden (§ 286 Abs. 2 Satz 1, 2. Halbsatz BGB) – sonst tritt der Verzug erst nach einer Mahnung ein (§ 286 Abs. 1 Satz 1 BGB).

Für jeden Tag des Verzugs kann der Gläubiger Verzugszinsen verlangen. Die Höhe der Verzugszinsen orientiert sich am Basiszinssatz (§ 247 BGB).

Gegenüber Geschäftskunden können Verzugszinsen verlangt werden, die bis zu neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz liegen (§ 288 Abs. 2 BGB). Gegenüber Verbrauchern können die Verzugszinsen bis zu fünf Prozentpunkte darüber liegen (§ 288 Abs. 1 BGB).