Umsatzsteuerpflicht einfach erklärt

Umsatzsteuer

Jeder Unternehmer, der selbstständig tätig ist, muss auf die Preise, die er für seine Leistungen verlangt, grundsätzlich Umsatzsteuer aufschlagen. Er nimmt die Umsatzsteuer von seinen Kunden ein und leitet sie weiter ans Finanzamt – in der Regel quartalsweise ( Umsatzsteuervoranmeldung). Er kann von dieser regelmäßigen Umsatzsteuerschuld gegenüber dem Finanzamt den Betrag absetzen, den er im betreffenden Zeitraum selbst an Umsatzsteuer bezahlt hat, wenn er zum Beispiel Gegenstände für sein Unternehmen gekauft hat. Das ist die sogenannte  Vorsteuer. Es besteht kein Unterschied zwischen  Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer. Beides sind Begriffe für dieselbe Steuer. Im Gesetz wird jedoch der Begriff  Umsatzsteuer verwendet. Der reguläre Umsatzsteuersatz beträgt in Deutschland zurzeit  19 Prozent. Lediglich  Kleinunternehmer sind von der Steuerpflicht befreit.

Umsatzsteuerpflicht-Umsatzsteuer

 

Umsatzsteuer – eine wichtige staatliche Einnahmequelle

Die Umsatzsteuer ist die  größte steuerliche Einnahmequelle für Bund, Länder und Gemeinden – eine der wichtigsten Steuern überhaupt. Im Jahr 2012 wurden fast  200 Milliarden Euro Umsatzsteuer eingenommen. Und seit 1968, dem Jahr der Einführung der Umsatzsteuer in der Bundesrepublik Deutschland, ist der Umsatzsteuersatz von 10 auf 19 Prozent gestiegen. Dabei liegt  Deutschland noch im  europäischen Mittelfeld. Dänemark und Schweden haben Mehrwertsteuersätze von 25 Prozent. Lediglich Luxemburg hat einen relativ niedrigen Mehrwertsteuersatz von 15 Prozent. Bezahlt wird die Umsatzsteuer letztlich nur von den  Endverbrauchern, die nicht umsatzsteuerpflichtig sind, deshalb aber auch keine Vorsteuer berechnen können. Die Umsatzsteuer ist eine indirekte Steuer, weil sie nicht direkt von demjenigen erhoben wird, der sie bezahlt. Die  Berechnung der Umsatzsteuer mithilfe eines Taschenrechners ist sehr einfach:

  • Nettobetrag berechnen, wenn der BruttobetUmsatzsteuerpflicht-Wen-trifft-Umsatzsteuerpflichtrag bekannt ist: Bruttobetrag / 1,19 (bzw. 1,07 beim ermäßigten Steuersatz)
  • Bruttobetrag berechnen, wenn der Nettobetrag bekannt ist: Nettobetrag * 1,19 (bzw. 1,07)

 

 

 

19% , 7% oder 0% Umsatzsteuer?

Zu unterscheiden sind der  reguläre und der  ermäßigte Steuersatz (19 oder 7 Prozent). Einige wenige Leistungen sind komplett steuerfrei. Eine Übersicht darüber gibt die folgende Tabelle:

19% Regulärer Steuersatz gemäß § 19 Abs. 1 UStG
Alles, was nicht umsatzsteuerfrei ist oder dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterfällt
7% Ermäßigter Steuersatz gemäß § 19 Abs. 2 UStG
Die meisten Lebensmittel, Bücher und Zeitschriften, lebende Tiere, Übernachtungen, Kunstgegenstände, orthopädische Hilfsmittel usw.
0% Umsatzsteuerfreie Waren und Dienstleistungen gemäß § 4 UStG
Auslandslieferungen, innergemeinschaftliche Lieferungen, Kreditvermittlungen, Versicherungen usw.

Umsatzsteuerpflicht

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Wen trifft die Umsatzsteuerpflicht?

Welche Leistungen umsatzsteuerpflichtig sind, ergibt sich aus dem Gesetz, genauer gesagt: dem Umsatzsteuergesetz (UStG). Umsatzsteuerpflichtig sind „die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt” – so steht es in  § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG. Wer also  selbstständig tätig ist und für seine Leistungen oder Lieferungen Geld verlangt, muss dafür Umsatzsteuer berechnen. Eine Ausnahme ergibt sich aus § 19 UStG:  Kleinunternehmer sind von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Als Kleinunternehmer gelten Selbstständige mit einem Vorjahresumsatz nicht über 17.500 Euro. Hinzukommen muss die Prognose, dass 50.000 Euro Umsatz im laufenden Kalenderjahr nicht überschritten werden.

  • Regel: Jedes Unternehmen ist umsatzsteuerpflichtig.
  • Ausnahme: Kleinunternehmer (nicht mehr als 17.500 Euro Jahresumsatz)

Umsatzsteuerpflicht-Wen-trifft-Umsatzsteuerpflicht

 Kleinunternehmer – Vorteile und Nachteile

Für viele Selbstständige, kleine Unternehmen und Freiberufler, die unter der Jahresumsatzsteuergrenze von 17.500 Euro liegen, stellt sich die Frage des  Verzichts auf die Kleinunternehmerregelung gemäß  § 19 Abs. 2 UStG. Ein Unternehmer kann diesen Verzicht dem Finanzamt gegenüber erklären und somit umsatzsteuerpflichtig werden. Achtung: Gemäß § 19 Abs. 2 Satz 2 UStG ist diese Erklärung für fünf Jahre bindend! Es stellt sich also die Frage, welche  Vorteile und Nachteile die Stellung als Kleinunternehmer hat.

 

Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuerpflicht

Vorteile

  • Gegenüber Endverbrauchern kann mit niedrigeren Preisen geworben werden (kein Aufschlag der Umsatzsteuer)
  • Keine bürokratische Belastung durch Umsatzsteuervoranmeldungen und Umsatzsteuererklärungen (Zeitersparnis)
  • Erleichterte Buchführung

Nachteile

  • Offenbarung der Kleinunternehmer-Eigenschaft gegenüber dem Kunden auf Rechnungen ist wenig werbewirksam
  • Kein Vorsteuer-Abzug möglich

Umsatzsteuerpflicht (Regelfall)

Vorteile

  • Vorsteuer-Abzug möglich
  • Professionelles Erscheinungsbild durch MwSt.-Ausweis auf Rechnungen

Nachteile

  • Bürokratischer Mehraufwand durch Umsatzsteuervoranmeldungen
  • Preise für eigene Leistungen werden für die Kunden (Endverbraucher) höher – allerdings nur im Vergleich zu Kleinunternehmern, die seltener auf dem Markt auftreten

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Die Umsatzsteuervoranmeldung

Im Laufe eines Geschäftsjahres nimmt ein Unternehmen in der Regel einen beträchtlichen Betrag an Umsatzsteuer ein. Um einen  ungerechtfertigten Zinsvorteil gegenüber dem Fiskus zu verhindern, muss ein Selbstständiger, der unter die Umsatzsteuerpflicht fällt, in regelmäßigen Abständen während des laufenden Kalenderjahres Vorauszahlungen auf seine Umsatzsteuerschuld leisten, die erst am Ende des Jahres verbindlich festgestellt wird – anhand der jährlichen Umsatzsteuererklärung. Im Prinzip übernimmt der Umsatzsteuerpflichtige gegenüber dem Finanzamt eine Treuhänder-Funktion.

 Die  Umsatzsteuervoranmeldung (mit der Umsatzsteuerpflicht-Umsatzsteuervoranmeldungdie Höhe der Vorauszahlung vom Unternehmer angezeigt wird) ist jeweils am  10. des Folgemonats dem Finanzamt zu übermitteln – und zwar auf elektronischem Weg über das Verfahren  ELSTER (Elektronische  Steuer erklärung). Gute Finanz- und Steuersoftware verfügt in der Regel über  Schnittstellen zu ELSTER, die den Aufwand für die regelmäßige Umsatzsteuervoranmeldung erheblich verringern.

 

 

Umsatzsteuer & Co. im Griff mit einem ERP-System

Kaum ein Unternehmer ist Experte im Steuerrecht. Oft ist es aber gerade der  bürokratische Aufwand für die korrekte Angabe der Steuern, die den Unternehmer – gerade in den Anfangsjahren – daran hindert, Zeit in die Generierung von Umsätzen zu investieren. Ein  ERP-System ( Enterprise  Ressource  Planning  System) kann in dieser Hinsicht erhebliche Erleichterung schaffen – nicht nur in Bezug auf die Umsatzsteuer. Ein auf die jeweilige Zielbranche zugeschnittenes System benötigt lediglich korrekte Eingaben, um im Ergebnis  Steuererklärungen (Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer usw.),  Übersichten über den Geschäftsverlauf oder andere Statistiken quasi mit einem Klick zu generieren. Viele ERP-Systeme sind mittlerweile  webbasiert und benötigen zur Bedienung nur einen Internet-Anschluss: eine Investition, die sich für jeden Unternehmer, insbesondere für kleinere und mittlere Betriebe, Start-Ups und Freiberufler, sehr schnell bezahlt macht.

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Stand: 05. 01.2015