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Deckungsbeitrag

Was ist der Deckungsbeitrag?

Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen Umsatz und variablen Kosten. Er steht einem Unternehmen zur Deckung seiner Fixkosten zur Verfügung. Einerseits dient die Deckungsbeitragsrechnung der Erfolgskontrolle, andererseits der Angebotskalkulation.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was sagt der Deckungsbeitrag aus?
  2. Welche Arten von Deckungsbeiträgen gibt es?
  3. Ist der Deckungsbeitrag immer der Gewinn?
  4. Was bedeutet Deckungsbeitrag 1 und 2?
  5. Wie berechnet man den Deckungsbeitrag? (Beispiel)

Was sagt der Deckungsbeitrag aus?

Der Deckungsbeitrag sagt aus, in welchem Maße ein Produkt zur Deckung der fixen Kosten eines Unternehmens beiträgt. Denn während variable Kosten von der Produktionsmenge abhängen, bleiben die Fixkosten unabhängig vom Output immer gleich. Dennoch müssen sie ebenfalls abgedeckt sein, damit ein Unternehmen Gewinne erwirtschaften kann. Typische Beispiele für Fixkosten sind Gehälter in der Verwaltung und Mieten für Gebäude. Beispiele für variable Kosten sind Material, Waren, Provisionen und Fremdleistungen.

Die Deckungsbeitragsrechnung kann folgende Ergebnisse liefern:

Deckungsbeitrag = FixkostenUnternehmen erzielt weder Gewinn
noch Verlust (Break Even Point)
Deckungsbeitrag > Fixkosten Unternehmen erzielt Gewinn
Deckungsbeitrag < FixkostenUnternehmen generiert Verlust

In letzterem Falle müssen Unternehmen gegensteuern, indem sie ihren Umsatz steigern oder die Kosten senken. Gängige Instrumente sind hierbei Prozessoptimierungen, verbesserte Einkaufskonditionen und Preiserhöhungen für die Produkte.

Welche Arten von Deckungsbeiträgen gibt es?

Es sind folgende Arten zu unterscheiden:

Stückdeckungsbeitrag Stückpreis – variable Kosten pro Stück
Gesamtdeckungsbeitrag Gesamterlös minus gesamte variable Kosten
Relativer Deckungsbeitrag Verhältnis des Stückdeckungsbeitrags zu einem Engpassfaktor (wird berechnet, wenn in einem Unternehmen Engpässe vorkommen)

Ist der Deckungsbeitrag immer der Gewinn?

Die Begriffe Deckungsbeitrag und Gewinn dürfen nicht gleichgesetzt werden. Denn erst, wenn von den Umsätzen die variablen und die fixen Kosten abgezogen wurden, steht der Gewinn fest.

Was bedeutet Deckungsbeitrag 1 und 2?

Allgemein werden zwei Arten von Deckungsbeiträgen unterschieden:

  • Deckungsbeitrag 1 (DB 1): einstufige Deckungsbeitragsrechnung
  • Deckungsbeitrag 2 (DB 2): mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

Bei der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung werden lediglich die variablen Kosten von den Umsatzerlösen abgezogen. Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung berücksichtigt hingegen auch bestimmte fixe Produktkosten.

Wie berechnet man den Deckungsbeitrag? (Beispiel)

Wie der Deckungsbeitrag berechnet wird, lässt sich am besten mit einem einfachen Beispiel nachvollziehen.

Gehen wir von folgendem Sachverhalt aus: Ein Gemüseverkäufer betreibt einen Stand auf dem örtlichen Markt. Mit seiner Mitarbeiterin verkauft er dort sein Produkt (Kartoffeln). Folgende Zahlen liegen auf Monatsbasis vor:

  • Miete für den Verkaufsstand: 800 Euro
  • Gehalt für Angestellte: 1.200 Euro

Die Fixkosten des Gemüseverkäufers liegen demnach bei 2.000 Euro pro Monat.

  • Einkaufskosten Kartoffeln: 2.500 Euro
  • Verpackungskosten: 200 Euro

Die variablen Kosten betragen im analysierten Monat 2.700 Euro.

  • Verkaufserlöse: 7.000 Euro

Der Verkäufer kann seinen DB wie folgt berechnen:

Umsatzerlös Produkt7.000 Euro
– variable Kosten– 2.700 Euro
= Deckungsbeitrag= 4.300 Euro
– fixe Kosten– 2.000 Euro
= Ergebnis = 2.300 Euro

Ergebnis: Der Gemüseverkäufer kann seine fixen Kosten decken. Im Betrachtungszeitraum hat er darüber hinaus einen Gewinn von 2.300 Euro erwirtschaftet.

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Autor dieses Artikels ist Ertan Özdil, CEO, Gründer und Gesellschafter des Cloud ERP-Anbieters weclapp.

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