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Fertigungstiefe

Was ist Fertigungstiefe?

Die Fertigungstiefe (auch Produktionstiefe genannt) ist ein Begriff aus der Wirtschaft und gibt an, welchen Anteil eines Produkts ein Unternehmen selbst herstellt. Je größer die Fertigungstiefe, desto unabhängiger ist ein Betrieb von externen Lieferanten und Dienstleistern.

Inhaltsverzeichnis
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    Was ist eine hohe Fertigungstiefe?

    Eine große oder hohe Fertigungstiefe bedeutet, dass ein Großteil aller benötigten Teile und Komponenten für das Endprodukt in einem Unternehmen selbst hergestellt wird. Bei einem Pkw wäre dies zum Beispiel der Fall, wenn der Hersteller nicht nur den Motor inhouse produziert, sondern auch das Getriebe, die Karosserie, die Elektronik und die Sitze in Eigenfertigung herstellt. Das Gegenteil ist eine geringe Fertigungstiefe. In diesem Fall wird ein großer Teil der benötigten Artikel oder Leistungen von externen Lieferanten zugekauft. Gering wäre beispielsweise eine Produktionstiefe von 15 Prozent, hoch hingegen 80 Prozent. Eine exakte Definition dieser Prozentsätze existiert jedoch nicht.

    Fertigungstiefe: Vor- und Nachteile

    Sowohl eine hohe als auch eine geringe Fertigungstiefe hat spezifische Vor- und Nachteile. Diese stellen sich in der Übersicht wie folgt dar:

    Hohe Fertigungstiefe

    Geringe Fertigungstiefe

    Kontrolle über Produktionsprozess und die Qualität

    Höherer Aufwand für Lieferantenmanagement, Beschaffung und Logistik

    Geringe Abhängigkeit von Zulieferern

    Größenvorteile (Rabatte) bei hohen Stückzahlen

    Keine Herausgabe von Kern-Know-how

    Flexibilität bei veränderter Nachfrage

    Hoher Investitions- und Kapitalbedarf

    Weniger Lagerkapazitäten notwendig

    Was ist die Verringerung der Fertigungstiefe?

    Durch Konzepte wie Lean Organisation und Lean Production geht der Trend vielerorts in Richtung einer Verringerung der Fertigungstiefe. Ziel ist es hierbei, dass sich Unternehmen auf ihre Kernkompetenz konzentrieren. Erreicht wird dies durch Outsourcing an geeignete Lieferanten und Dienstleister. Allerdings verursacht dieses Vorgehen auch bestimmte Transaktionskosten, da die Anforderungen an die Beschaffung und das Lieferantenbeziehungsmanagement steigen. Informationen dieser Art müssen bei Make-or-Buy-Entscheidungen (eigene Produktion oder externe Fertigung) stets berücksichtigt werden, um die Wirtschaftlichkeit nicht zu beeinträchtigen.

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    Autor dieses Artikels ist Ertan Özdil, CEO, Gründer und Gesellschafter des Cloud ERP-Anbieters weclapp.

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