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Durchschnittlicher Lagerbestand

Was ist der durchschnittliche Lagerbestand?

Der durchschnittliche Lagerbestand ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl. Er gibt Auskunft darüber, welcher Warenwert oder welche Warenmenge sich über eine Periode hinweg durchschnittlich im Lager befindet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie berechnet man den durchschnittlichen Lagerbestand?
  2. Durchschnittlichen Lagerbestand berechnen: Beispiel
  3. Was drückt der durchschnittliche Lagerbestand aus?
  4. Wie hängen optimale Bestellmenge und durchschnittlicher Lagerbestand zusammen?

Wie berechnet man den durchschnittlichen Lagerbestand?

Die Formel zur Berechnung des durchschnittlichen Lagerbestandes lautet wie folgt:

Durchschnittlicher Lagerbestand = (Anfangsbestand + Endbestand) / 2

Die Formel kann jedoch auch variiert werden, um eine höhere Genauigkeit zu erreichen. Soll beispielsweise der durchschnittliche Lagerbestand pro Jahr ausgerechnet werden, liefert folgende Formel genauere Ergebnisse:

Durchschnittlicher Lagerbestand = (Jahresanfangsbestand + 12 Monatsbestände) / 13

Wahlweise kann die Menge oder der Wert (Euro) in die Formel eingesetzt werden.

Durchschnittlichen Lagerbestand berechnen: Beispiel

Sehen wir uns ein einfaches Beispiel an, um die Berechnung des durchschnittlichen Bestands zu veranschaulichen:

ZeitpunktBestand (Stück)
Jahresanfang1.000
Ende Januar2.000
Ende Februar1.900
Ende März1.500
Ende April1.200
Ende Mai1.000
Ende Juni500
Ende Juli200
Ende August2.500
Ende September2.000
Ende Oktober1.800
Ende November1.500
Ende Dezember1.300

Mit der vereinfachten Formel lässt sich im Mittel folgender Lagerbestand berechnen:

Durchschnittlicher Lagerbestand = (1.000 Stück Anfangsbestand + 1.300 Stück Endbestand) / 2 = 1.150

Mit der genaueren Berechnung (auf Basis sämtlicher Monatsendbestände) ergibt sich hingegen ein durchschnittlicher Lagerbestand von 1.415 – und somit ein deutlich anderer Wert.

Durchschnittlicher Lagerbestand = (1.000 + 2.000 + 1.900 + 1.500 + 1.200 + 1.000 + 500 + 200 + 2.500 + 2.000 + 1.800 + 1.500 + 1.300) / 13

Was drückt der durchschnittliche Lagerbestand aus?

Der durchschnittliche Lagerbestand sagt aus, wie viel Ware sich über einen bestimmten Zeitraum durchschnittlich in einem Lager befand. Er hat also direkten Einfluss auf das gebundene Kapital. Wichtig ist die Kennzahl für Unternehmen jedoch auch in anderer Hinsicht. Insbesondere hilft sie dabei, die folgenden betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Fragen zu beantworten:

  • Wie stark ist mein Lager ausgelastet?
  • Kann möglicherweise Lagerfläche eingespart werden?
  • Wie groß sind die Puffer bei Engpässen?
  • Wie kann die Bestandsplanung optimiert werden?
  • Welche Posten beeinflussen die Lagerkosten besonders stark (ABC-Analyse)?

Ohne Vergleichswerte ist ein durchschnittlicher Lagerbestand nur begrenzt aussagekräftig. Er sollte daher mit Werten von anderen Unternehmen der gleichen Branche und Größe ins Verhältnis gesetzt werden. Mithilfe solcher Benchmarks lassen sich dann Optimierungsbedarfe identifizieren.

Wie hängen optimale Bestellmenge und durchschnittlicher Lagerbestand zusammen?

Von Bedeutung ist die Höhe des durchschnittlichen Lagerbestandes auch für die Berechnung der optimalen Bestellmenge. Denn Unternehmen, die regelmäßig ihren Lagerbestand ermitteln, können genauer festlegen, welche Menge heute oder in zukünftigen Perioden bestellt werden sollte. Gerade bei saisonalen Schwankungen ist dies hilfreich, um auf Nachfragespitzen vorbereitet zu sein.

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Autor dieses Artikels ist Ertan Özdil, CEO, Gründer und Gesellschafter des Cloud ERP-Anbieters weclapp.

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