In 5 Schritten zur Unternehmensanalyse

Unternehmensanalyse

Die Positionierung auf einem hart umkämpften Markt setzt eine realistische Einschätzung deiner Stärken und Schwächen voraus. Das heißt: Vor der Entwicklung einer Wettbewerbsstrategie müssen relevante Daten erhoben und bewertet werden – mit einer Unternehmensanalyse. Die Unternehmensanalyse ist eine Art Inventur auf höherem Niveau. Hier erfährst du, wie du dabei vorgehst.


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Wozu brauchst du eine Unternehmensanalyse?

Eine Unternehmensanalyse hilft dir dabei die richtigen Strategien für das Erzielen von Wettbewerbsvorteilen zu entwickeln. Das Prinzip einer Unternehmensanalyse ist recht einfach:

 

  • Das Leitbild deines Unternehmens wird erstellt oder aktualisiert.
  • Der tatsächliche Zustand wird analysiert.
  • Bei Bedarf werden Unternehmensstrategien entwickelt oder neu ausgerichtet.

 

 

Ist und Soll

Je gründlicher diese Analyse ausfällt, desto leichter fällt die Entscheidung für eine bestimmte Unternehmensstrategie. Grob vereinfacht ist eine Unternehmensanalyse letztlich ein Vergleich zwischen Ist- und Soll-Zustand.

 

Ist-ZustandSoll-Zustand
  • Zustand im Unternehmen
  • Zustand im Unternehmensumfeld
  • Unternehmensleitbild
  • Mittel- bis langfristige Ziele

 

 

Ressourcen ausschöpfen und Schwachstellen entdecken

Eine korrekt ausgeführte Unternehmensanalyse zielt darauf ab Wettbewerbsvorteile durch eine durchdachte Struktur in deinem Unternehmen zu erlangen. Für das Erreichen dieser Wettbewerbsvorteile werden geeignete Strategien eingesetzt. Im Idealfall erreichst du mit einer Unternehmensanalyse diese Ziele:

 

  • Bisher nicht erkannte Ressourcen werden ausgeschöpft.
  • Schwachstellen im Unternehmen werden beseitigt.
  • Die Unternehmensführung und die gesamte Unternehmensstruktur wird optimiert.

 

 

Intern oder extern?

Ziel einer jeden Unternehmensanalyse ist die Entwicklung einer Strategie. Hierfür müssen zunächst Fakten gesammelt werden – sie dienen als Grundlage für die Ausarbeitung neuer strategischer Ausrichtungen. Für diesen Zweck hat sich insbesondere die SWOT-Analyse bewährt. Grundsätzlich wird zwischen der internen und der externen Unternehmensanalyse unterschieden.

 

Interne UnternehmensanalyseExterne Unternehmensanalyse
 
  • Betrachtung von innen
  • Strukturen, Stärken, Schwächen des Unternehmens an sich
  • Schwerpunkt: Personal
 

 

 

Interne Unternehmensanalyse

Bei der internen Unternehmensanalyse steht das Unternehmen selbst im Fokus. Hier stehen die internen Stärken und Schwächen im Vordergrund. Auch der Markt wird aus der Perspektive des Unternehmens betrachtet.

Bei der internen Unternehmensanalyse stehen die Stärken und Schwächen des Unternehmens selbst im Fokus.

 

 

Externe Unternehmensanalyse

Der Begriff externe Unternehmensanalyse dagegen ist etwas irreführend. Denn schließlich geht es hier nicht unmittelbar um das Unternehmen, sondern vielmehr um das Umfeld, in dem es agiert. Treffender sind daher die Bezeichnungen Umweltanalyse oder Unternehmensumfeld-Analyse. Marktanalyse, Wettbewerbsanalyse und Konkurrenzanalyse sind Bestandteile der externen Unternehmensanalyse. Diese Untersuchungen überschneiden sich teilweise, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte:

 

MarktanalyseKonkurrenzanalyseWettbewerbsanalyse
untersucht den objektiven Status quo des Marktes, auf dem du tätig bist.richtet den Fokus auf deine Konkurrenten.untersucht die Wettbewerbsstrategien, die auf dem Markt angewendet werden.

 

 

 

In 5 Schritten zur Unternehmensanalyse

Fünf Schritte führen zu einer Unternehmensanalyse. Gehe einfach in der folgenden Reihenfolge vor. Wie umfangreich die einzelnen Schritte ausfallen, ist vor allem eine Frage der Unternehmensgröße.

 

Schritte der Unternehmensanalyse

 

  1. Erstelle ein Unternehmensleitbild: Werte, Grundverständnis, Unternehmensziele.
  2. Führe eine SWOT-Analyse auf der Grundlage dieses Unternehmensleitbildes durch.
  3. Entwickle auf der Basis dieser SWOT-Analyse eine Unternehmensstrategie für die Zukunft:
    • Langfristige Geschäftsziele
    • Zukünftige Marktpositionierung
    • Welche Ressourcen sind dafür notwendig?
  1. Verschaffe dir einen Überblick über die gegenwärtige und mittelfristig zu erwartende Personalstruktur.
  2. Überprüfe daraufhin, inwieweit die Personalstruktur und die Unternehmensstrategie zusammenpassen:
    • Gibt es hier Optimierungspotenziale?
    • Oder besteht an bestimmten Stellen bereits akuter Handlungsbedarf?

 

 

Konkretisiere dein Unternehmensleitbild!

Du kannst keine Unternehmensstrategie erstellen, wenn du nicht über ein Unternehmensleitbild verfügst. Denn dieses Unternehmensleitbild ist die Grundlage für deine Ziele.

 

  • Wenn du noch über kein Unternehmensleitbild verfügst, erstelle es!
  • Wenn du bereits über ein Unternehmensleitbild verfügst, überprüfe und aktualisiere es!
  • Für beide Fälle gilt: Lege dein Unternehmensleitbild schriftlich fest!

 

 

5.1.1 Fragen zum Unternehmensleitbild

Bei der Aufstellung des Unternehmensleitbildes kannst du dir zum Beispiel folgende Fragen stellen:

 

  • Was zeichnet dein Unternehmen aus? Was ist das Alleinstellungsmerkmal?
  • Wie definiert dein Unternehmen Qualität?
  • Wie geht dein Unternehmen mit Kunden um? Was zeichnet die Kunden aus?
  • Wie ist die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern organisiert?
  • Über welche Kompetenzen müssen die Mitarbeiter verfügen? Wie gehen sie miteinander um? Wie sind die Hierarchien strukturiert?

 

 

5.1.2 Beispiele für ein Unternehmensleitbild

Das Leitbild eines Unternehmens wird von den Verantwortlichen erstellt. Es ist aber ratsam, bereits bei dem ersten Punkt einer Unternehmensanalyse alle Mitarbeiter einzubeziehen. Einige typische Leitbilder lassen sich beispielsweise so formulieren:

 

  • Wir sehen Veränderungen als Chance zur Weiterentwicklung. Denn wir wollen besser als die Konkurrenz sein.
  • Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter gern für das Unternehmen arbeiten, dass sie den Erfolg des Unternehmens auch als ihren Erfolg ansehen.
  • Wir begreifen den Erfolg unseres Unternehmens auch als Beitrag zur wirtschaftlichen Stärkung der Region.
  • Unser Ziel sind umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen.

 

Es ist wichtig, diese Beispiele nicht nur als Phrasen zu benutzen, die sich in Klarsichtprospekten zur Außendarstellung eines Unternehmens wiederfinden. Ein Unternehmensleitbild muss gelebt werden. Hinterfrage also jeden einzelnen Grundsatz: Ist er realistisch? Steht das Unternehmen tatsächlich dahinter?

 

 

SWOT-Analyse

Nachdem das Leitbild des Unternehmens in schriftlicher Form vorliegt, erfolgt die SWOT-Analyse. Die SWOT-Analyse ist heute das wichtigste Instrument zur Ausrichtung von Unternehmensstrategien. Vereinfacht gesagt geht es hier um Stärken und Schwächen und um die Frage, wie auf Chancen und Herausforderungen optimal reagiert werden kann. Gerade bei einer SWOT-Analyse kann es hilfreich sein externe Dienstleister, zum Beispiel Unternehmensberater, heranzuziehen. Denn durch das Hinzuschalten eines Beobachters von außen wird ein objektiver Blick auf die Lage gewährleistet.

 

 

5.2.1 Welche Kriterien werden mit SWOT untersucht?

Auf welche Aspekte kommt es in deinem Unternehmen ganz besonders an? Das ist natürlich von Unternehmen zu Unternehmen verschieden. Im Folgenden einige Beispiele:

 

KennzahlenAußenwirkungPersonal
  • Qualität der Dienstleistungen
  • Preispolitik
  • Image
  • Organisation
  • Altersstruktur
  • Qualifikationen
  • Mitarbeiter-Fluktuation

 

 

5.2.2 Welche Stärken und Schwächen gibt es?

Welche Stärken und Schwächen sind für die oben genannten Faktoren entscheidend? Diese Fragen können dir bei der Suche weiterhelfen:

 

StärkenSchwächen
 
  • Worauf kann das Unternehmen stolz sein?
  • Was motiviert die Mitarbeiter?
  • Welche Unternehmensprozesse funktionieren reibungslos?
 
  • Welche Misserfolge gab es in der Vergangenheit?
  • Wann treten zwischen den Mitarbeitern Konflikte oder Spannungen auf?
  • Welche Faktoren behindern optimale Unternehmensprozesse?

 

 

5.2.3 Welche Chancen und Risiken gibt es?

Auch bei dieser Frage gilt: Jedes Unternehmen weiß selbst am besten, wo Chancen und Risiken des Marktes liegen. Typische Fragen sind in diesem Zusammenhang zum Beispiel:

 

ChancenRisiken
 
  • Welche Unternehmensbereiche sind ausbaubar?
  • Welche Chancen bietet die Zukunft?
  • Welche Trends kann das Unternehmen nutzen?
 
  • Welche allgemeinen Risiken könnten Einfluss auf deine Branche haben?
  • Welche Unternehmensbereiche könnten von diesen Risiken besonders betroffen sein?
  • Welche Entwicklungen bei der Konkurrenz deuten auf Risiken hin?

 

 

5.2.4 Wie wertet man die SWOT-Analyse aus?

Wenn die wichtigsten Aspekte feststehen, kannst du diese gewichten. Hierzu empfiehlt sich zum Beispiel eine Skala von 1 bis 10. Tabellarische Übersichten und grafische Darstellungen sind sehr hilfreich, um die Situation noch klarer darzustellen. Es hat sich in vielen Fällen bewährt, auch an diesem Punkt Mitarbeiter einzubeziehen. Im Ergebnis erhältst du ein gutes Bild über die derzeitige Unternehmenslage.

 

 

Deine Unternehmensstrategie für die Zukunft

Jetzt gilt es die verschiedenen Bestandteile, die mit der ersten Erhebung gesammelt wurden, zu kombinieren. Die Strategie des Unternehmens lässt sich anhand einer SWOT-Matrix zusammenstellen. Und so sieht eine SWOT-Matrix aus:

 

S/O-Strategie (Strength, Opportunities) 
  • Welche kurz- oder langfristigen Chancen kannst du mit speziellen Stärken deines Unternehmens ausnutzen?
  • Gibt es bisher unentdeckte Chancen, die gut zu den Stärken deines Unternehmens passen?
S/T-Strategie (Strengths, Threads) 
  • Welche deiner Stärken können zur Abwendung von Risiken effektiv genutzt werden?
  • Wie lassen sich Risiken neutralisieren?
W/O-Strategie (Weaknesses, Opportunities) 
  • Welche Schwächen in deinem Unternehmen hindern die Ausnutzung von Chancen?
  • Wie lassen sich die Schwächen abbauen? Können sie in Stärken umgewandelt werden?
W/T-Strategie (Weaknesses, Threats) 
  • An welchen Punkten treffen Risiken auf Schwächen deines Unternehmens?
  • Wie kannst du dein Unternehmen dagegen absichern?

 

 

Das Personal auf dem Prüfstand

Die neue Unternehmensstrategie muss natürlich realisiert werden, dafür braucht man Menschen. Der entscheidende Punkt einer Unternehmensanalyse ist es, die Personalstruktur im Unternehmen zu optimieren. Dabei kommt es im Wesentlichen auf folgende Fragen an:

 

  • Wie ist das Personal in deinem Unternehmen strukturiert?
  • Wie vollzieht sich der Rekrutierungsprozess?
  • Wie sind die Mitarbeiter an das Unternehmen gebunden?
  • Wie sieht es mit den Weiterbildungsmaßnahmen aus?

 

Für diesen Zweck gibt es sehr differenzierte Fragebögen, die je nach Branche und Unternehmensgröße unterschiedlich sind. Sie helfen dir dabei, einen Überblick über den Status quo der Personalarbeit im Unternehmen zu verschaffen.

 

 

Wie passen Unternehmensstrategie und Personal zusammen?

Der letzte Schritt der Unternehmensanalyse ist die Klärung der Frage, ob die aktuelle Personalarbeit geeignet ist die Unternehmensziele zu unterstützen. Ein paar Beispiele dafür, wie man an diese Fragen herangehen kann:

 

Welche Maßnahmen der Personalarbeit finden aktuell statt?Inwiefern unterstützen diese Maßnahmen die Unternehmensziele?
In welchen Bereichen findet zurzeit wenig Personalarbeit statt?Besteht in diesen Bereichen Handlungsbedarf?
Erfordern zukünftige Aufgaben besondere Qualifikationen der Mitarbeiter?Wo sind diese Qualifikationen bereits vorhanden? Wird zusätzliches Personal nötig? Welche Mitarbeiter gilt es unbedingt zu halten?

 

 

Ein Aufwand, der sich lohnt

Eine Unternehmensanalyse ist mit viel Arbeit verbunden. Aber eine Unternehmensanalyse lohnt sich. Denn sie deckt Schwächen in deinem Unternehmen auf. Werden diese rechtzeitig erkannt, können effektive Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die Unternehmensanalyse hilft ebenfalls dabei das Potenzial der Unternehmensstärken, die bereits vorhanden sind, voll auszuschöpfen. Die Investition von Arbeitszeit in eine Unternehmensanalyse macht sich in den meisten Fällen bezahlt – mit höheren Umsätzen, steigender Mitarbeiterzufriedenheit und dem Entdecken kreativer Potenziale in deinem Unternehmen.

 

 

Nadeem Ahmad

Nadeem ist Director Marketing & Sales bei weclapp. Er hat Marketing & Wirtschaftsinformatik an der Goethe Universität in Frankfurt studiert und begeistert sich seit vielen Jahren für neue Technologien & Software.

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