Cashflow

Was ist Cashflow?

Als Cashflow (deutsch: u. a. Geldfluss, Zahlungsstrom) bezeichnet man eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die durch die Saldierung von Zu- und Abflüssen liquider Mittel innerhalb des Geschäftsjahrs die „ehrliche“ Finanz- und Ertragskraft eines Unternehmens beschreibt.

Mit dem Begriff „liquide Mittel“ fasst man in der Regel den Kassenbestand, auf Bankkonten verfügbare Geldmittel sowie kurzfristig verfügbare Finanzanlagen zusammen. Der Cashflow ist somit eine wichtige Kennzahl, um die nachhaltige Gesundheit einer Unternehmung zu ermitteln. Die Cashflow-Berechnung wird auch mit Kapitalflussrechnung ins Deutsche übersetzt.

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    Lesedauer: 4:22 min

    Welche Informationen enthält der Cashflow?

    Im Rahmen der Gewinnermittlung eines bilanziellen Jahresabschlusses werden neben zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträgen auch zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge berücksichtigt. Zahlungswirksam sind bilanzielle Transaktionen dann, wenn sie den tatsächlich verfügbaren Zahlungsmittelbestand (Bestand liquider Mittel) verändern, also beispielsweise die Auszahlung von Löhnen und Gehältern oder die Einnahmen aus dem Verkauf von Waren. Bei zahlungsunwirksamen Positionen existiert kein tatsächlicher Geldfluss. Beispiele hierfür sind Rückstellungen oder Abschreibungen. Da der Cashflow nur zahlungswirksame Größen berücksichtigt, enthält diese Kennzahl Informationen zur realen Innenfinanzierung, Liquidität und Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens.

     

    Wie wird der Cashflow berechnet? (Formel)

    Für die Ermittlung des Cashflows existieren zwei Methoden, die bei der Verwendung identischer Ermittlungs- und Abgrenzungskriterien zum gleichen Ergebnis führen sollten.
    Bei der direkten Ermittlung des Cashflows wird die Differenz zwischen Einzahlungen und Auszahlungen ermittelt: Innerhalb einer Periode werden sämtliche Zahlungsmittelabflüsse (u. a. Löhne und Gehälter, Materialkosten, Steuern, Zinsen) vom Wert aller Zahlungsmittelzuflüsse (u. a. Umsatz- und Verkaufserlöse, Zinseinnahmen, Subventionen) abgezogen. Der Cashflow stellt bei dieser Methode also einen bereinigten Jahresüberschuss (Gewinn) dar:

    Cashflow = Zahlungsmittelzuflüsse – Zahlungsmittelabflüsse

    Die indirekte Ermittlung des Cashflows ist eine Weiterführung der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) eines Unternehmens. Diese wird „bereinigt“, indem nicht zahlungswirksame Aufwendungen wie Rückstellungen und Abschreibungen sowie zahlungsunwirksame Erträge wie z. B. Zuschreibungen und aufgelöste Rückstellungen unberücksichtigt bleiben und somit zum bilanziellen Gewinn hinzuaddiert bzw. von ihm abgezogen werden.

    Cashflow = Bilanzieller Gewinn + zahlungsunwirksame

    Aufwendungen – zahlungsunwirksame Erträge

    Welche Arten von Cashflow gibt es?

    Für gewöhnlich verläuft die Ermittlung des Cashflows in drei Stufen:

    1. Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
    2. Cashflow aus Investitionstätigkeit
    3. Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

    Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit umfasst den operativen Cashflow „gewöhnlicher“ Geschäfte sowie außerordentliche Zu- bzw. Abflüsse wie beispielsweise Steuernachzahlungen für vorherige Perioden oder unerwartete staatliche Subventionen und Fördergelder. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit beinhaltet u. a. Zu- und Abgänge des Anlagevermögens, während der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Zahlungsmittelzuflüsse (z. B. durch die Aufnahme eines Kredits) sowie Zahlungsmittelabflüsse (beispielsweise aufgrund von Dividendenzahlungen oder Darlehenstilgungen) zusammenfasst. Der Saldo dieser 3 Einzelpositionen ergibt akkumuliert die Nettoveränderung des Zahlungsmittelbestands eines Unternehmens.

    Wofür ist der operative Cashflow von Bedeutung?

    Einfach ausgedrückt zeigt der operative Cashflow die tatsächliche Nachhaltigkeit der Geschäftsidee eines Unternehmens. Generiert die gewöhnliche Geschäftstätigkeit mehr zahlungswirksame Geldzuflüsse als zahlungswirksame Geldabflüsse, kann die überschüssige Differenz für „Sonderaktionen“ verwendet werden. Das Unternehmen könnte also beispielsweise einen Kredit für die Expansion seiner Geschäftstätigkeit aufnehmen und mit dem positiven Cashflow die für die Kreditrückzahlung anfallenden Tilgungsraten bedienen. Der operative Cashflow ist somit eine wichtige „Kerngröße“ für die Ertragslage eines Unternehmens.

    Was ist ein negativer Cashflow?

    Neben Informationen zur Ertragslage liefert der Cashflow auch Informationen zur Liquidität und Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens. Ein Hinweis zu aktuellen bzw. zukünftigen Liquiditätsengpässen oder Zahlungsschwierigkeiten ist demnach ein negativer Cashflow. Bei einem negativen Cashflow übersteigen in einer Periode die Zahlungsmittelabflüsse die Zahlungsmittelzuflüsse – es wurde also kein Geld erwirtschaftet. Sollte diese Tatsache stetig über mehrere Perioden auftreten, deutet das in vielen Fällen darauf hin, dass das zugrundeliegende Geschäftsmodell nicht nachhaltig ist oder ineffizient gewirtschaftet wird. Eine Ausnahme dieser Betrachtungsweise stellen junge Unternehmen dar, da hier in der Regel zunächst für einen negativen Cashflow sorgende Anfangsinvestitionen anfallen, bis sich das Unternehmen, über die durch die getätigten Investitionen erwirtschafteten Erträge selbstständig tragen kann.

    Interessante Quellen zum Begriff „Cashflow“:
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      Autor Ertan Özdil
      Autor dieses Artikels ist , CEO, Gründer und Gesellschafter des Cloud ERP-Anbieters weclapp.

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