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E-Commerce

 

Definition – Was ist E-Commerce?

E-Commerce ist der Einkauf und Verkauf von Produkten und Dienstleistungen über das Internet. Synonyme sind Onlinehandel, Internethandel oder auch elektronischer Handel. Ihre Ursprünge hat diese Handelsform in den 1980er Jahren.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was versteht man unter Electronic Commerce?
  2. Wann entstand E-Commerce?
  3. Welche Arten von E-Commerce gibt es?
  4. Wie wichtig ist E-Commerce?
  5. Wie wird sich E-Commerce künftig entwickeln?
  6. Vor- und Nachteile von E-Commerce
  7. Welche Shopsysteme gibt es im E-Commerce?
  8. Was sind die wichtigsten Trends im E-Commerce?

Was versteht man unter Electronic Commerce?

Im Detail ist unter Electronic Commerce, kurz E-Commerce,
die Anbahnung, der Abschluss und die Abwicklung von Handelsgeschäften über das
Internet zu verstehen. Welches Medium hierbei verwendet wird, ist zweitrangig.
So zählt das Versenden einer Angebotsanfrage per E-Mail ebenso zum
elektronischen Handel wie die Bestellung von Artikeln über einen Onlineshop
oder einen Marktplatz.

War das Thema E-Commerce anfangs noch überschaubar und auf
wenige (große) Händler beschränkt, ist es heute überaus komplex. Zahlreiche
Unternehmen nutzen Online-Kanäle wie Shops, Marktplätze wie Amazon und
Beschaffungsplattformen (B2B), um ihre Kunden zu erreichen und den Umsatz zu steigern. Das Angebot ist fast unüberschaubar groß. Wie erfolgreich dieser Vertriebskanal ist, hängt daher mittlerweile stark mit den eingesetzten Marketing-Maßnahmen der Unternehmen zusammen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Social-Media-Marketing
  • Suchmaschinenmarketing (SEM)
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO)
  • Suchmaschinen-Werbung (SEA)
  • Affiliate-Marketing

Wann enstand E-Commerce?

Die Geschichte des E-Commerce beginnt Anfang der 1990er Jahre, als sich auch das Internet langsam im Bereich der Privatanwender etablierte. Über die Frage, welche tatsächlich die erste E-Commerce-Transaktion war, herrscht Uneinigkeit. Am häufigsten wird jedoch ein Vorgang aus dem Jahr 1994 erwähnt. Damals wurde das erste Produkt – eine Musik-CD – über den US-Marktplatz Netmarket verkauft.

Welche Arten von E-Commerce gibt es?

Die Geschichte des E-Commerce beginnt Anfang der 1990er Jahre, als sich auch das Internet langsam im Bereich der Privatanwender etablierte. Über die Frage, welche tatsächlich die erste E-Commerce-Transaktion war, herrscht Uneinigkeit. Am häufigsten wird jedoch ein Vorgang aus dem Jahr 1994 erwähnt. Damals wurde das erste Produkt – eine Musik-CD – über den US-Marktplatz Netmarket verkauft.

Bezeichnung Bedeutung Beispiel
Business to Business  (B2B) Beide Teilnehmer sind Unternehmen Online-Einkauf von Rohstoffen für die Produktion
Business to Consumer (B2C) Verkäufer ist ein Unternehmen (Online-Händler), Käufer ist ein Privatkunde Klassischer Einkauf in Onlineshops oder auf Marktplätzen wie Amazon
Business to Administration (B2A) Verkäufer ist ein Unternehmen, Käufer ist eine staatliche bzw. öffentliche Einrichtung Öffentliche elektronische Ausschreibung (digitale Angebotsabgabe durch den Anbieter)
Consumer to Consumer  (C2C) Beide Teilnehmer sind Privatkunden (Endverbraucher) Verkauf von Artikeln über Online-Kleinanzeigen oder Auktionen

Welche Bedeutung hat E-Commerce heute?

Egal ob Onlineshop, Amazon oder Social Media: Der digitale Handel via Internet ist zur tragenden Vertriebssäule in annähernd jeder Branche geworden. Kunden erwarten schlicht, Produkte nicht nur über stationäre Geschäfte, sondern auch über elektronische Plattformen beziehen zu können. Ausnahmen bestehen lediglich in äußerst beratungsintensiven Branchen mit komplexen oder individuellen Produkten (z. B. Maschinenbau und Automotive).

Wie wird sich E-Commerce künftig entwickeln?

War der Online-Handel Anfang der 2000er Jahre gemessen am Umsatz noch relativ unbedeutend, so ist er heute eine feste Größe. Massiv verstärkt wurde der Trend zum E-Commerce zuletzt durch die Corona-Pandemie. So stieg der E-Commerce-Brutto-Umsatz im Krisenjahr 2020 auf 83,3 Milliarden Euro – ein Plus von 14,6 Prozent im Vergleich zu 2019 (Quelle: bevh). Besonders konnten Bereiche wie Drogeriewaren, Lebensmittel und auch Medikamente zulegen.

Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. E-Commerce-Anbieter werden ihre Führungsrolle weiter ausbauen. Stationäre Einzelhändler, die unter diesem Konkurrenzdruck weiterhin auf dem Markt bestehen möchten, müssen daher ihre digitalen Angebote erweitern. Hierzu zählt nicht nur das Anbieten eines Online-Shops oder der Verkauf über Online-Plattformen. Auch weitere Services wie „Click & Collect“ werden zunehmend nachgefragt.

International betrachtet ist das Wachstum im E-Commerce-Bereich ebenfalls enorm. Der meiste Umsatz wird in Asien generiert. Hier hat der Amazon-Rivale Alibaba beispielsweise seinen Umsatz von 2018 auf 2020 auf rund 63 Milliarden Euro verdoppelt.

E-Commerce-Studien und -Prognosen: Wie entwickelt sich der B2C-Online-Handel

Der behv untersucht regelmäßig, wie sich die Umsätze im Online-Handel verteilen (Quelle). 2019 wurden die größten Umsätze demnach im Bereich „Unterhaltung“ generiert. Hierzu zählen insbesondere Elektronikartikel wie Computer, Spielekonsolen und TV-Geräte. Den zweiten Platz belegte Bekleidung, gefolgt von Einrichtungsgegenständen.

Interessant ist auch ein Blick auf die beliebtesten Warengruppen pro Geschlecht. So generierten Frauen die höchsten Umsätze in den Kategorien Tierbedarf, Bekleidung und Drogerie, während Männer die höchsten Ausgaben in den Bereichen Auto und Motorrad, Computer und Software sowie Elektronikartikel und Telekommunikation tätigten. Männer kauften am häufigsten über Online-Marktplätze wie Amazon ein, während Frauen Multichannel-Anbieter bevorzugten (letztere verkaufen über mehrere Kanäle – meist stationär und online).

Vorteile und Nachteile von E-Commerce

Vorteile Nachteile
Kunden können rund um die Uhr Produkte bestellen und brauchen das Haus nicht zu verlassen Aufwendige Implementierung
Schnelligkeit: Kunden können im Internet einfach sofort per Mausklick Käufe tätigen Hoher Wettbewerb
Geringere Transaktionskosten durch moderne Kassen-, Warenwirtschaftssysteme und weniger Personal z. B. Kassierer Wegfall der persönlichen Beratung, evtl. Schwierigkeiten bei erklärungsbedürftigen Produkten
Übersichtlichere Vergleichsmöglichkeiten von Preisen und Waren Preisdruck durch Vergleichbarkeit
Erschließung neuer überregionaler oder länderübergreifender Absatzmärkte, da die räumliche Distanz wegfällt Ladensterben und Verödung der Innenstädte

Welche Shopsysteme gibt es im E-Commerce?

Im E-Commerce gibt es verschiedene Möglichkeiten seinen Online-Shop aufzusetzen. Man kann auf Online-Shop-Baukasten zurückgreifen. Diese sind einfach und schnell erstellt, jedoch sind die individuellen Anpassungsmöglichkeiten begrenzt. Bekannte Anbieter von solchen Baukasten-Systemen sind z. B.: Shopify, Jimdo und 1&1.

Eine andere Option ist die Verwendung von Shopssoftware. Diese verhilft zu einem professionellen Online-Shop und bietet zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten. Allerding wird möglicherweise spezielles Know-how für die Einrichtung des Online-Shops benötigt. Beispiele hierfür sind u. A. Shopware, Magento und xt:Commerce.

Hier findest du unseren großen Shopsystem-Vergleich mit 40 Lösungen im Überblick.

E-Commerce-Händlern empfehlen wir einen Blick auf unser E-Commerce ERP-System zu werfen.

Im Electronic Commerce existieren einige große Trends, die in den kommenden Jahren von hoher Relevanz sein werden. Zu nennen sind insbesondere die folgenden:

  • Personalisierung
  • Mobile Shopping
  • B2C-Komfort auch im B2B-Geschäft

Personalisierung

Personalisierung ist derzeit ein Top-Thema im Online-Handel. Das Ziel ist es, Kunden noch besser anzusprechen, indem individuelle Bedürfnisse stärker berücksichtigt werden. Um dies zu realisieren, ist eine Erhebung, Zusammenführung, Auswertung und Interpretation verschiedener Kundendaten erforderlich. Hierzu zählen nicht nur die bisher getätigten Käufe. Innovative Lösungen, die oftmals von KI unterstützt werden, ermöglichen sogar eine Auswertung des aktuellen Surf- und Nutzerverhaltens in Echtzeit. Basierend auf all diesen Informationen können dem Kunden dann automatisch Angebote unterbreitet werden – etwa passende Produkte und individuelle Preise. Natürlich sind hierbei die geltenden Datenschutzbestimmungen zu beachten.

Die Personalisierung betrifft im Übrigen nicht nur das Produktangebot und das Einkaufserlebnis, sondern auch die Produkte selbst. Hier erwarten Kunden zunehmend eine flexible Konfigurierbarkeit von Produkten nach individuellen Bedürfnissen.

Mobile Shopping

Beim Online-Shopping nutzen die Kunden immer häufiger mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets. Händler benötigen daher responsive Shopping-Webseiten oder besser noch mobile Shopping-Apps, um ihre Kunden weiterhin optimal zu erreichen. Einen Mittelweg stellen sogenannte progressive Web-Apps dar. Es handelt sich um Webseiten, die sich als App installieren lassen. Ein Vorteil solcher Lösungen sind die kurzen Ladezeiten. Weiterhin können progressive Web-Apps alle Funktionen klassischer (nativer) Apps bieten – darunter etwa Push-Mitteilungen, Kamerazugriff, Standortermittlung und sogar Offline-Verfügbarkeit.

B2C-Komfort auch im B2B-Geschäft

Auch Geschäftskunden recherchieren immer häufiger online, bevor sie zu potenziellen Lieferanten Kontakt aufnehmen und ein Produkt bestellen. Hierbei wird derselbe Komfort erwartet, wie beim privaten Surfen und Shoppen. B2B-Anbieter sollten daher auf eine gute Usability ihrer Online-Plattformen und -Shops Wert legen. Gleiches gilt für die Bereitstellung hochwertiger, detaillierter Produktinformationen. Gerade bei technisch komplexeren Produkten ist zudem die Einbindung von Tools empfehlenswert, welche das Auffinden des richtigen Artikels vereinfachen. Auch Rezensionen und Bewertungen müssen noch stärker im B2B-Bereich implementiert werden, um Kaufentscheidungen zu unterstützen

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Autor dieses Artikels ist Nadeem Ahmad, Director Marketing & Sales des Cloud ERP-Anbieters weclapp.

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